Küberl: Gemeinsamkeit von Caritas und Orden
Wien, 22.11.06 (KAP) Auf Parallelen zwischen der Caritas und den Ordensgemeinschaften hat der österreichische Caritas-Präsident Franz Küberl am Mittwoch in Wien bei der Herbsttagung der österreichischen Ordensgemeinschaften verwiesen. Wie Küberl sagte, seien die Orden die "älteren Schwestern und Brüder" der Caritas. An vielen sozialen Brennpunkten stehe die Caritas heute in der Nachfolge der Orden - mit dem selben Grundverständnis, nämlich dem Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe. Vieles vom Kern der Sorge um die Armen sei zwischen der Caritas und den Orden wesensgleich. Küberl wörtlich: "Der Gehorsam gegenüber der Armut eint uns". Der Caritas-Präsident ermutigte die Ordensleute, weiterhin durch ihr Engagement "das Ackerland des Evangeliums fruchtbar" zu halten und mitzuhelfen, "die Fenster zu den Menschen und die Türen zu neuen Einsichten" zu öffnen.
Ein Kernauftrag der Caritas besteht laut Küberl darin, ein "Glücksausgleichsfonds" zwischen Arm und Reich zu sein. Die Caritas sei Vermittlerin zwischen Reicheren und Ärmeren, zwischen Gesunden und Kranken, zwischen Schnelleren und Langsameren, zwischen Jüngeren und Älteren. Sie sei damit Anwenderin des spirituellen und gesellschaftlichen Wissens um die Überwindung der Hoffnungslosigkeit.
Ein Zusammenwirken von Orden und Caritas wünscht sich Küberl auch bei der Entwicklung einer "Laienspiritualität". Hier seien Erfahrungen der Orden für die Caritas sehr wichtig. Auch für die Überwindung von "Konkurrenzmomenten" innerhalb der Kirche könne das Zusammenwirken von Orden und Caritas hilfreich sein.
Küberl erinnerte daran, dass es im Bereich der Caritas in Österreich rund 10.000 angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt; außerdem machten aber auch zirka 35.000 "Ehrenamtliche" das Wesen von Caritas aus.