"Christlich-islamische Arbeitsgemeinschaft" gegründet
Wien, 24.11.06 (KAP) Eine neu gegründete "Christlich-islamische Arbeitsgemeinschaft" will nicht nur den Dialog zwischen Christen und Muslimen fördern, sondern auch durch gemeinsame Stellungnahmen gesellschaftspolitisch Einfluss nehmen: Dies betonte Josef Zemanek, Mitbegründer (und Präsident der "Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände"/AKV), am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien. Wie Zemanek sagte, sollen etwa schulpolitische und familienfördernde Anliegen gemeinsam vertreten werden. Kooperationspartner der AKV ist die "Arbeitsgemeinschaft von Angehörigen der islamischen Religionsgemeinschaft", vertreten durch den Wiener Arzt Nihat Koca. Weiters am Podium waren die frühere katholische Religions-Fachinspektorin Cäcilia Kaltenböck und die Wiener Gemeinderätin und VP-Integrationssprecherin Sirvan Ekici.
Aus dem gemeinsamen Glauben an den Schöpfergott erwachsen den Gläubigen beider Religionen ethische Verpflichtungen, die die neue Arbeitsgemeinschaft in der Öffentlichkeit vertreten will, führte Zemanek aus. Dabei wolle man sich auf Österreich konzentrieren, wo schon seit der religiös toleranten Gesetzgebung der Donaumonarchie beste Voraussetzungen für eine christlich-muslimische Zusammenarbeit bestünden. Gemeinsame Überzeugung sei, dass die Gesellschaft nicht rein materialistisch ausgerichtet sein dürfe und einen Transzendenzbezug brauche, betonte Zemanek. Und von einem gemeinsamen Auftreten in diesem Sinn verspreche man sich mehr Gewicht. In der gesellschaftspolitischen Ausrichtung sieht der AKV-Präsident auch einen Vorteil der neuen Arbeitsgemeinschaft gegenüber schon bestehenden Dialogforen wie der im März gegründeten Plattform "Christen und Muslime in Österreich".
Nihat Koca nannte den Einsatz für Menschenrechte wie jenes auf Unantastbarkeit des menschlichen Lebens von Beginn an bis zu seinem natürlichen Ende und das "Grundrecht auf freie Ehe und Familie" als zentrale Anliegen der neuen Vereinigung. Im christlich-muslimischen Verhältnis wolle man zur Aufklärung von "Missverständnissen" beitragen und Konflikte verhindern. Bei etwaigen Widersprüchen zwischen der österreichischen Rechtsordnung und der Sharia, dem islamischen kanonischen Recht, habe für ihn das österreichische Recht Vorrang.