60 Jahre Priester: Glückwünsche aus Österreich an Papst
Kardinal Schönborn verwies auf die vorbildhafte Wirkung Benedikts XVI. für heutige Priester. Nach Bischof Kapellari entspreche der Papst dem "Typos des biblischen Weisheitslehrers"
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Priesterweihe von Joseph Ratzinger |
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Wien-Graz-Klagenfurt (KAP) Glückwünsche zum diamantenen (60.) Priesterjubiläum von Papst Benedikt XVI. haben die österreichischen Bischöfe formuliert. Bei einem Gottesdienst für Priesterjubilare am Donnerstag im Wiener Stephansdom verwies Kardinal Christoph Schönborn auf die vorbildhafte Wirkung Benedikts XVI. für heutige Priester. Im Mittelpunkt der Christologie des Papstes stehe die Lehre von der "Stellvertretung", die besagt, dass der Priester heute nie für sich allein glaubt, sondern stets für den Anderen hofft und glaubt. Dies werde für den Priester heute immer wichtiger.
Bei einem Gedenkgottesdienst im Grazer Dom unterstrich Diözesanbischof Egon Kapellari die große Geduld und Ruhe, mit der Benedikt XVI. die Kirche in unruhiger Zeit führe. In seinem "nie dröhnenden, aber immer deutlichen" Temperament und seiner großen theologischen Weite entspreche der Papst ganz dem "Typos des biblischen Weisheitslehrers", so Kapellari. Als solcher stehe er "am Kreuzungspunkt vieler einander oft widersprechender Wege und Erwartungen an die Kirche - und dieser Ort ist gerade heute oft auch ein Kreuzigungspunkt".
Zugleich mahnte Kapellari, in dieser bewegten Zeit nicht nur mit "zweidimensionalem Blick" auf die Kirche zu blicken, sondern sich auf das "große Paradox" einzulassen, "dass Gott in der Kirche und in der Weltgeschichte überhaupt auch auf krummen Zeilen gerade schreiben" könne. Der Papst könne es "nicht allen recht machen" - und auch die Kirche könne dies nicht. Sie bewege sich "nicht im Galopp, aber in Schritten", die sie durch "unverschuldetes Leiden, aber auch durch eigene Schuld hindurch" immer wieder "in der Spur Jesu Christi" bleiben lasse, so Kapellari.
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Kardinal Schönborn und Papst Benedikt XVI. |
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Schließlich dankte Kapellari allen Neupriestern und Priesterjubilaren, die in diesen Tagen die Weihe empfangen oder ein Jubiläum feiern können, für ihren Dienst. "Ich bitte Euch herzlich, diesen Weg solidarisch mitzugehen", schloss er seine Predigt.
"Große intellektuelle Kraft"
Würdigende Worte zum diamantenen Priesterjubiläum Benedikts XVI. fand auch der Klagenfurter Diözesanbischof Alois Schwarz. Bei einem Festgottesdienst für die heurigen Priesterjubilare in St. Georgen/Längsee betonte Schwarz, der Papst führe die Kirche "mit großer intellektueller Kraft und der Kraft des Glaubens". Gerade als Theologe vermöge es der Papst, in seinen Büchern den heutigen vielschichtigen Suchbewegungen der Menschen zu entsprechen und zu sagen, "wer Jesus Christus ist" und zu zeigen, "worauf es ankommt, nämlich die Botschaft Jesu zu verstehen, zu leben und zu verkünden".
Entsprechend sei es die Aufgabe des Priesters heute, dem Glauben ein persönliches Gesicht zu geben und so den suchenden Menschen zu antworten. In diesem Sinne seien Priester "Männer des Quellwassers, die aus Jesus Christus, der Quelle, schöpfen und diesen in der Gestalt des Priesters darstellen und verkünden", so Schwarz.
In einer Festansprache bei einem anschließenden Festakt zur Ehrung der Priesterjubilare rief der Grazer Altbischof Johann Weber dazu auf, dem "manchmal stotternden Motor" der Kirche mit Mut entgegenzutreten. "Wir sind zu sehr ins Klagen und Anklagen gekommen", so Weber, heute brauche es dagegen "Mut sowie Fachleute der Demut und der Heiterkeit". Nur so ließen sich die "großen Vorräte und der Schatz des Glaubens" bergen. Es bestehe kein Grund zum Verzagen, so Weber weiter, da es "noch nie in der Geschichte der Kirche eine so große Intensität an Einsatz und Ideenreichtum wie heute gegeben hat."