Familienverbands-Präsident Steindl zurückgetreten
Steindl war drei Jahre Präsident des Katholischen Familienverbandes Österreichs. Im Herbst steht die Neuwahl des Präsidiums der größten familienpolitischen Organisation des Landes an
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Clemens Steindl ist mit sofortiger Wirkung als Präsident des Katholischen Familienverbandes Österreich zurückgetreten. "Weil oft beklagt wird, dass die Familie keine Lobby hat", habe er sich in seiner Funktionsperiode "intensiv dafür eingesetzt, den Familienverband als starke politische Lobby im öffentlichen Bewusstsein zu positionieren", teilte Steindl am Mittwoch in einer Aussendung mit.
"Offenkundig gibt es in der Wahlkommission, bestehend aus den Vorsitzenden der neun diözesanen Familienverbände, keine Mehrheit für diese Form der wirkungsvollen Öffentlichkeitsarbeit und keine Zustimmung für eine Fortsetzung dieser Arbeit", so der scheidende Familienverbands-Präsident weiter.
Steindl war seit Oktober 2008 Präsident des Katholischen Familienverbandes. Im Herbst steht die Neuwahl des Präsidiums der Laienorganisation an, die nach eigenen Angaben Österreichs größte familienpolitischen Organisation ist.
"Habe offensiv für Familien gekämpft"
Er sei als Präsident des Familienverbands mit dem Motto angetreten, "Freude mit Kindern" und "Freude mit Familie" zu verbreiten und habe offensiv für die Interessen der Familien gekämpft, betonte Steindl nach seinem Rücktritt am Mittwoch in einer Stellungnahme gegenüber "Kathpress". Der Katholische Familienverband habe die Öffentlichkeitsarbeit forciert, um "seine Ziele und inhaltlichen Perspektiven im öffentlichen Diskurs positiv zu platzieren und in die gesellschaftspolitische Diskussion aktiv einzubringen".
Dabei seien "in gemeinsamer Anstrengung beachtliche Fortschritte" gelungen, unterstrich Steindl: "Darauf blicke ich ebenso stolz zurück wie auf die Tatsache, dass im öffentlichen Diskurs der Begriff 'katholisch' nicht bloß als schmückendes Beiwort, sondern als Orientierung bietendes Bekenntnis des Familienverbandes erfahren wurde." Er übergebe den KFÖ heute als eine "wichtige politische Stimme" im Land und als "die größte Lobby für Familien in Österreich". Dies sei u.a. dadurch gelungen, dass es dem KFÖ gelungen sei, durch ein modernes Marketingkonzept Themen mit Personen zu verknüpfen.
Als "Highlights" der vergangenen drei Jahre strich Steindl weiters hervor, dass es gelungen sei, anlässlich des "einseitig die Familien belastenden Budgetentwurfs" im Vorjahr ein Zeichen des Protestes und damit ein "starkes Lebenszeichen der Familien in diesem Land" zu setzen. Außerdem habe man die Felder der Steuer-, Finanz- und vor allem der Schul- und Bildungspolitik forciert, so Steindl unter Verweis etwa des jüngst präsentierten KFÖ-Bildungskonzepts "Bildung JETZT!". Schließlich sei bei den letztjährigen Wahlen zum Publikumsrat des ORF ein "beachtliches Ergebnis" erzielt worden und so die "Anliegen der Familien im öffentlich-rechtlichen Rundfunk platziert" worden.
Am Stellenwert den Familie und Kinder in Politik, Medien und öffentlichem Leben einnehmen, entscheide sich die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft, betonte Steindl. "Familienpolitik ist Gesellschaftspolitik", hielt der scheidende Familienverbands-Präsident fest. Höchste Bedeutung habe daher die immaterielle Aufwertung der Familie, "weil sich daraus die konkreten Konsequenzen in der Steuer-, Sozial- oder Schulpolitik ableiten".
An persönlichen zukünftigen Herausforderungen sei kein Mangel, so Steindl abschließend. So habe er vor seiner Amtsübernahme ein Völkerkundestudium begonnen, das er gerne fortsetzen wolle. Außerdem beabsichtige er, die "Theologischen Kurse" zu absolvieren und sich mehr Zeit für die Familie und dort insbesondere für sein Enkelkind zu nehmen.