Linz: Christine Gleixner erhält Ehrendoktorat
Linz, 20.12.06 (KAP) Prof. Christine Gleixner, die Vorkämpferin der Ökumene in Österreich, wurde am Dienstagabend mit dem Ehrendokorat der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz ausgezeichnet. Die langjährige Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich ist in besonderer Weise mit der Diözese Linz, Altbischof Maximilian Aichern und der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz verbunden, vor allem durch ihren Einsatz bei der Erstellung des ökumenischen "Sozialworts" und durch ihr Engagement für die "Ökumenischen Sommerakademie" Kremsmünster.
Bei der Feier in Linz waren fünf Bischöfe anwesend: Diözesanbischof Ludwig Schwarz, Altbischof Maximilian Aichern, der Wiener Weihbischof Helmut Krätzl, der Wiener griechisch-orthodoxe Metropolit Michael Staikos und der syrisch-orthodoxe Chorbischof Emanuel Aydin. Die Anwesenheit der Bischöfe und zahlreicher Ökumene-Experten zeigte, wie hoch Christine Gleixners jahrzehntelange geduldige Arbeit geschätzt wird. "Geduld und Beharrlichkeit zählen wohl zu den bemerkenswertesten Eigenschaften, mit denen sich Oberin Christine Gleixner für den Fortschritt der Einheit der Christen und für den Dialog der Religionen einsetzt. Gerade an der konsequenten Durchsetzung des Ökumenischen Sozialwortes zeigt sich dabei ihre Fähigkeit, das jetzt Mögliche zu tun, ohne den Gedanken an das Unmögliche je aufzugeben", unterstrich der Linzer Generalvikar Prof. Severin Lederhilger in seiner Laudatio. Durch die Verleihung des Ehrendoktorates der Theologie an Christine Gleixner solle vor allem ihr wissenschaftlich-praktische Einsatz für den Dialog der Konfessionen und Religionen in Österreich gewürdigt werden.
Christine Gleixner hatte zunächst Biologie an der Universität Wien studiert und war dann der Kongregation der "Frauen von Bethanien" in den Niederlanden beigetreten. Von 1949 bis 1954 erfolgte eine theologische und katechetische Grundausbildung vorerst an den Ordenseinrichtungen; später studierte sie von 1958 bis 1962 Theologie an den Universitäten Nijmegen, Utrecht und Paris. Neben ihren pädagogischen Aufgaben an der ordenseigenen Hauslehranstalt widmete sie sich bereits ersten ökumenischen Funktionen in Holland. Seit 1962 nahm sie von Wien aus offizielle ökumenische Aufgaben wahr. Von 1996 bis 1999 war sie Stellvertretende Vorsitzende und von 2000 bis 2005 Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich. Seit 1990 ist sie Konsultorin der Stiftung "Pro Oriente" und Mitglied im Beirat der "Kontaktstelle für Weltreligionen". Im Jahr 2000 wurde ihr vom Bundespräsidenten der Berufstitel "Professorin" verliehen.