Stift Wilten: 2007 ambitioniertes Kirchenmusikprogramm
Innsbruck, 21.12.06 (KAP) Unter dem Titel "Musica Sacra Wilthinensis" profiliert sich das Prämonstratenserstift Wilten in Innsbruck konsequent als spirituelle Stätte der Pflege hochqualitativer Kirchenmusik in der Liturgie. Liturgischer Ort ist derzeit die Basilika Wilten, nach Beendigung der dreijährigen Renovierung wird im Jahre 2008 auch die Stiftskirche hinzukommen. Sie wird künftig mit zwei neuen Orgeln und einer historischen Orgel ausgestattet sein.
Erstmals hat Abt Raimund Schreier jetzt für 2007 ein kirchenmusikalisches Jahresprogramm präsentiert. Es orientiert es sich an der Sonntags- und Festzeitenliturgie des Kirchenjahres. Das Programm sieht die Aufführung von Werken von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Heinrich Ignaz Franz von Biber, Franz Schubert, Anton Bruckner und Wolfgang Amadeus Mozart und auch weniger bekannter "Klassiker" vor. Aber auch Werke zeitgenössischer Komponisten werden zu hören sein: von Wolfgang Kreuzhuber, Peter Planyavsky, Rudolf Jungwirth, Zoltan Kodaly, Petr Eben, Igor Strawinsky, Victor Urbancic und Maurice Durufle. Trotzdem soll in den Messfeiern der Gemeindegesang nicht zu kurz kommen, betonte Stiftskapellmeister Norbert Matsch bei der Präsentation.
Buxtehude-Gedenkjahr
Ein Name durchzieht das gesamte Jahresprogramm: Dietrich Buxtehude (1637-1707). Auch von ihm werden Messkompositionen zu hören sein. Bei fast allen Konventmessen an den Sonntagen um 19 Uhr und bei den Pontifikalämtern an den Hochfesten des Kirchenjahres um 10 Uhr wird Stiftsorganist Kurt Estermann Werke dieses Komponisten spielen. Dessen barockes Orgel-Schaffen steht dem Orgelwerk von Johann Sebastian Bach kaum nach. Anlass für die besondere Berücksichtigung Buxtehudes im Programm ist dessen 300. Todestag am 9. Mai 2007.
Eine weitere Besonderheit sind die Vespern, die die Chorherren an den Sonntagen meist um 18 Uhr in der Basilika beten und singen. Zur Mitfeier sind alle Gläubigen eingeladen. Laut Stiftskapellmeister hat sich bereits eine "Vesper-Gemeinde" gebildet. Zu den kirchlichen Hochfesten werde diese Tagzeitenliturgie besonders feierlich sein.
Eine dritte Besonderheit des kirchenmusikalischen Programms ist die Pflege des Gregorianischen Chorals in der Sonderformdes Prämonstratenser-Chorals. Er weist gegenüber dem Römischen Choral wesentliche Unterschiede auf.
Vier Ensembles
Für die Umsetzung des kirchenmusikalischen Jahresprogramms stehen dem Stift vier Ensembles zur Verfügung. Die "Capella Wilthinensis" besteht aus professionellen Sängern und Instrumentalisten. Sie übernimmt derzeit die kirchenmusikalischen Hauptaufgaben. Ehrenamtliche Sänger bilden den "Chorus Wilthinensis". Er ist laut Stiftskapellmeister Norbert Matsch nach einem kompletten Neuanfang im Herbst 2005 auf einem guten Weg, auch anspruchsvolle kirchenmusikalische Werke zu meistern. Die "Schola Gregoriana Wilthinensis", bestehend aus Laien und Mitgliedern des Ordens, widmet sich dem Choralgesang. Eingebunden in das kirchenmusikalische Programm sind schließlich auch die Wiltener Sängerknaben unter der Leitung von Johannes Stecher.
Für die Erstellung und Umsetzung des Programms zeichnen Norbert Matsch und Kurt Estermann verantwortlich. Das Stift Wilten hat den gebürtigen Niederösterreicher Matsch mit September 2005 als hauptberuflichen Stiftskapellmeister engagiert. Er war zuvor Kapellmeister am Dom zu Linz. Der gebürtige Innsbrucker Estermann ist seit 1990 Stiftsorganist in Wilten. Er ist zudem Professor auf dem Lehrstuhl für "Kirchliche Komposition" an der Musikuniversität Mozarteum in Salzburg.
Laut Abt Schreier lässt sich das Stift Wilten die Verwirklichung des ambitionierten kirchenmusikalischen Programmes "einiges kosten". Sponsoren würden die Finanzierung erleichtern, hieß es.