Kirche würdigt Teddy Kollek
Wien-Jerusalem, 2.1.07 (KAP) Die Verdienste Teddy Kolleks um die christlich-jüdische Begegnung betonte Kardinal Christoph Schönborn am Dienstag in einer Stellungnahme zum Tod des Jerusalemer Altbürgermeisters. Kardinal Schönborn erinnerte im Gespräch mit "Kathpress" daran, dass die Rückgabe des Österreichischen Hospizes in Jerusalem an die katholische Kirche "weitgehend ein Verdienst Kolleks" war. "Teddy Kollek hat seine Verbundenheit mit Wien und seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche vielfältig unter Beweis gestellt", sagte Kardinal Schönborn, der zuletzt im Jahr 2000 in Jerusalem mit Kollek zusammengetroffen war. Der Jerusalemer Altbürgermeister ließ es sich damals trotz seiner Gehbehinderung nicht nehmen, den Wiener Erzbischof im Österreichischen Hospiz aufzusuchen.
Kollek hatte auch mit den Amtsvorgängern Kardinal Schönborns - Kardinal Franz König und Kardinal Hans Hermann Groer - eng kooperiert. Die Haltung Kolleks sei zum Beispiel darin zum Ausdruck gekommen, dass er eine Fiale vom Stephansdom als "Zeichen der Verbundenheit" akzeptierte, "trotz all dem Furchtbaren, was jüdischen Menschen in Wien angetan worden war", sagte der Wiener Erzbischof.
Kardinal Schönborn verwies auch auf die Gründung der "Jerusalem Foundation" durch Kollek; dieser Stiftung gehe es in besonderer Weise um die interreligiöse Versöhnung in der Heiligen Stadt. Eine der jüngsten Initiativen der "Foundation" sei die Instandsetzung der Via Dolorosa gewesen.
"Großes Wohlwollen"
Auch der Direktor des Österreichischen Katholischen Bibelwerks, Msgr. Wolfgang Schwarz, brachte die Dankbarkeit gegenüber Teddy Kollek zum Ausdruck. Schwarz hatte das Österreichische Hospiz als Rektor insgesamt 17 Jahre - von 1987 bis 2004 - geleitet. Kolleks Initiative von 1985 sei es zu verdanken, dass das Österreichische Hospiz an der Via Dolorosa an den Eigentümer zurückgegeben wurde und sich als kirchliche und österreichische Einrichtung in der "Heiligen Stadt" etablieren konnte, so Schwarz im Gespräch mit "Kathpress".
Kollek habe das Hospiz auch nach der Restrukturierungs- und Umbauphase 1985-87 "mit großem Wohlwollen" begleitet, betonte Msgr. Schwarz. Das Österreichische Hospiz habe der verstorbene Altbürgermeister "sowohl als kirchliche Institution wie auch als österreichische Institution" sehr geschätzt. (Ende)