60 Jahre "Welt der Frau"
Kathpress-Meldung
Linz, 28.3.06 (KAP) "Welt der Frau", die Monatszeitschrift der Katholischen Frauenbewegung (kfb), feiert ihr 60-jähriges Bestehen. Konkrete Lebenshilfe "abseits des kommerziellen Mainstreams" schafft treue Abonnentinnen", heißt es in einer kfb-Aussendung am Donnerstag über die Zeitschrift. Sie behaupte sich als einzige österreichische Frauenzeitschrift seit sechs Jahrzehnten mit Erfolg am Medienmarkt. Mit rund 215.000 Leserinnen (Mediaanalyse 2005) liegt das nur im Abonnement erhältliche Monatsblatt an vierter Stelle im Ranking der Frauenzeitschriften - und das, obwohl Klatsch über Prominente, Diät-Anleitungen und Berichte über Modetrends "verpönt" seien. Die "Welt der Frau" biete stattdessen Antworten auf Fragen der Frau in Familie und Beruf, Kirche und Gesellschaft aus einem christlichen Blickwinkel; sie will "Lotsin, Begleiterin und vielleicht sogar eine 'Lebensfreundin' sein", so Chefredakteurin Christine Haiden anlässlich des Jubiläums der in Linz erscheinenden Zeitschrift.
Zahlreiche Leserinnen, die seit Jahrzehnten treue Abonnentinnen des Blattes sind, dokumentieren, dass dies tatsächlich in vielen Fällen gelungen ist. Aber auch viele Vertreterinnen des öffentlichen Lebens, wie z.B. Margit Fischer, die Gattin des Bundespräsidenten, Frauenministerin Maria Rauch-Kallat, Sozialministerin Ursula Haubner, Österreichs erste Frauenministerin Johanna Dohnal und ÖGB-Vizepräsidentin Renate Csörgits sowie die Frauensprecherin der Grünen, NAbg. Brigid Weinzinger, schätzen den unverwechselbaren Stil dieses traditionsreichen Blattes. In der April-Ausgabe von "Welt der Frau" stellen sie sich als Gratulantinnen ein.
Für Mitherausgeberin Ingrid Klein beruht der Erfolg der Marke "Welt der Frau" auf dem trotz zahlreicher notwendiger Veränderungen gleich gebliebenen grundsätzlichen Wollen: "In jeder Ausgabe eine fruchtbare Spannung zu ermöglichen zwischen Zeit- und Weltoffenheit und der Verwurzelung in einer lebendigen Gläubigkeit, die sich am Evangelium orientiert." "Welt der Frau" zeichne sich vor allem aber durch eine sachbezogene, jede Form der Sensationslust und der Vermarktung von Frauen vermeidende Berichterstattung aus. Dieses Charakteristikum unterscheide sie von anderen Frauenzeitschriften und mache sie einzigartig am Medienmarkt, heißt es weiter in der kfb-Aussendung. Es gebe auch eine klare Trennung zwischen Redaktion und Anzeigenabteilung, sodass der Inhalt von "Welt der Frau" im Gegensatz zu anderen Produkten nicht von den Inseraten bestimmt wird.
Vom "Licht des Lebens" zur "Welt der Frau"
"Welt der Frau" wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von Frauenseelsorgern initiiert. Im April 1946 gründeten der Verlag Herder Wien und die Zentrale der Katholischen Frauenbewegung der Erzdiözese Wien dann unter dem Titel "Licht des Lebens" dieses Frauenmagazin. Erst 1964 erfolgte die Titeländerung auf "Welt der Frau".
Bereits im November 1946 zog sich der Verlag Herder jedoch wieder zurück. Seither erscheint diese Zeitschrift im Eigenverlag der Katholischen Frauenbewegung. Sie war und ist jedoch nie eine Mitgliederzeitung der größten Frauenorganisation des Landes, sondern richtet sich wie es im Leitbild heißt - an "kritisch denkende und ihr Leben selbst gestaltende Frauen" sowie an aufgeschlossene Männer. 1950 übernahm der Frauen- und Mädchenseelsorger der Diözese Linz, Johann Gebetsberger, die Verantwortung für das Blatt, das seither in Linz produziert wird. Heute liegen Redaktion, Verlag und Grafik in Frauenhänden.
Wie Chefredakteurin Haiden in der April-Ausgabe darlegt, spiegelt "Welt der Frau" auch gut den Wandel im katholischen Frauenbild der letzten Jahrzehnte wider: "Die Frau als Mutter und Ehefrau wurde auch in der 'Welt der Frau' lange als Idealbild gesehen. Auch wenn allein lebende Frauen und die Berufstätigkeit langsam in das Selbstverständnis integriert wurden." Das katholische Milieu habe sich in den sechs Jahrzehnten des Bestehens grundlegend gewandelt, so Haiden. Vor 50 Jahren sei die "katholische Frau" vielleicht noch beschreibbar gewesen, heute sei sie jedoch "in der Wahl ihrer Lebensform nicht mehr von anderen unterscheidbar". (Informationen im Internet: www.Welt-der-frau.at) (ende)