"Zweite Sparkasse": Chance für Menschen ohne Konto
Vor fünf Jahren gegründete Bank bietet 7.500 Menschen in sozialer Notlage ein Konto ohne Überziehungsrahmen - Küberl: Angebot ist "handfeste und konkrete Hilfe" für Wiedereinstieg
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Wien, 05.10.2011 (KAP) Fünf Jahre nach ihrer Gründung kann die von der Stiftung der "Erste Bank" gemeinsam mit Caritas und Schuldnerberatungen ins Leben gerufene "Zweite Sparkasse" eine Erfolgsbilanz ziehen: Aktuell betreut die Bank, die Menschen in sozialer Notlage ein Konto ohne Überziehungsrahmen inklusive Bankomatkarte bietet, österreichweit 7.500 Personen. "Die Zweite Sparkasse ist damit eine sehr handfeste und konkrete Unterstützung für viele benachteiligte Menschen in Österreich", betonte Caritas-Präsident Franz Küberl am Mittwoch gegenüber Kathpress.
Der "Run" auf die "Zweite Bank" beweise die Notwendigkeit des Angebots, so Küberl. Jährlich würden mehr als 50.000 Menschen von den Sozialberatungsstellen der Caritas beraten und finanziell unterstützt, weil sie mit ihrem Einkommen kein Auskommen haben. "Viele dieser Menschen haben kein Bankkonto, das aber notwendig ist für einen beruflichen Wiedereinstieg", erklärte der Caritas-Präsident. "Wer heutzutage kein eigenes Girokonto bei einer Bank hat, ist ja praktisch vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen. Denn wohin soll der Lohn überwiesen werden, wenn es keine Kontonummer gibt?"
Seit dem Jahr 2006 erhalten Menschen in finanzieller Not, die bei "normalen" Banken keinen Zugang zu Bankdienstleistungen mehr bekommen, durch das bei seiner Gründung europaweit einzigartige Projekt die Chance auf eine geregelte Bankbeziehung. Voraussetzung für die Kontoeröffnung ist die laufende Betreuung und Empfehlung durch Einrichtungen wie die Schuldnerberatung, die Caritas, den Verein Neustart oder das Wiener Hilfswerk.
Aktuell betreibt die "Zweite Sparkasse" sieben eigene Filialen in Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt und Villach. Mehr als 400 ehrenamtliche Mitarbeiter und Pensionisten, die früher bei der "Erste Bank" und der "Sparkasse" beschäftigt waren, betreuen die Filialen vor Ort. Im Burgenland und Niederösterreich werden daneben bei der "Erste Bank" und den Sparkassen Beratungen angeboten.
2011 konnten laut Erste-Stiftung-Vorstand Boris Marte bereits 200 Kunden der "Zweiten Sparkasse" in eine "normale" Kontobeziehung übergeben werden. "Die Zweite Sparkasse ist wohl die einzige Bank, die sich über einen Kundenrückgang freuen kann", so Marte.