Muslime helfen österreichischen Obdachlosen
Wien, 4.1.07 (KAP) Das Wiener "Friede-Institut" - das auf die Ideen des heute in den USA lebenden türkischen Theologen Fethullah Gülen zurückgeht - und seine Hilfsorganisation "Vefa" spenden am Freitag Fleisch für mehr als 100 Obdachlose der Caritas-Einrichtung "Gruft". Das Fleisch wird gleich verkocht, auf dem Speiseplan für das Mittagessen steht daher ein Lamm-Gericht.
Es entspricht der Tradition des islamischen Opferfestes ("Kurban bayram"), Bedürftige unabhängig von der Konfession zu unterstützen. Das "Friede-Institut" (ähnliche Institute bestehen in zahlreichen Städten der Welt) will ein Zeichen der Solidarität und des Teilens setzen, aber auch auf die islamische religiöse Tradition hinweisen. Fethullah Gülen, der auch über gute Kontakte in den Vatikan verfügt, legt großes Gewicht auf den praxisorientierten interreligiösen Dialog.
Nach der islamischen Tradition sollen Muslime, die genug Geld für ein Opfertier aufbringen können, ein Drittel des Fleisches an die eigene Familie, ein Drittel an Freunde und Bekannte und ein Drittel an Arme verteilen. "Gerade in der heutigen Zeit erscheint es uns wichtig, beim Abbau von Vorurteilen mitzuhelfen", sagt Ömer Dür vom "Friede-Institut".
Das Opferfest wird im Islam in Erinnerung an Abraham gefeiert, der bereit war, seinen Sohn Ismael zu opfern, letztlich aber von Gott daran gehindert wird. Zeitlich ist das Fest in der Nähe der Hadsch angesetzt, der Pilgerfahrt nach Mekka. Durch den islamischen Mondkalender variiert das Festdatum, heuer fiel der Höhepunkt des viertägigen Festes auf den Jahresschluss des zivilen Jahres.