Kopten: Schönborn nimmt Politik in die Verantwortung
Nach Gewaltakten von Kairo Solidaritätsbrief des Kardinals an koptisch-orthodoxen Bischof für Österreich, Anba Gabriel
Image (img2) invalid or missing |
|
Wien, 11.10.11 (KAP) Kardinal Christoph Schönborn hat zur verstärkten Solidarität mit den bedrängten Kopten in Ägypten aufgerufen. In einem Schreiben an den koptisch-orthodoxen Bischof für Österreich, Anba Gabriel, zeigte sich Schönborn tief erschüttert über die tragischen Ereignisse des vergangenen Sonntags. Zugleich kündigte der Wiener Erzbischof an, sich verstärkt bei Außenminister Michael Spindelegger dafür einzusetzen, dass sich Österreich international für die Achtung der Religionsfreiheit in Ägypten stark macht.
Die jüngsten Ereignisse hätten deutlich gemacht, "dass man noch lange nicht von einem 'Frühling' auch für die Kopten sprechen kann", so Schönborn, "wenn es auch als Zeichen der Hoffnung gelten kann, dass am Sonntag auch Muslime gemeinsam mit Christen demonstriert und gelitten haben". Die Christen Ägyptens bräuchten die Unterstützung "nicht nur der Christen in aller Welt, sondern aller Menschen, die sich dem Prinzip der Religionsfreiheit verpflichtet fühlen".
Im Namen der österreichischen Katholiken wolle er deshalb allen Christen Ägyptens seine Solidarität aussprechen und sie des Gebetes versichern, so Kardinal Schönborn.
Außenminister Spindelegger hat am Dienstag nach dem Ministerrat die jüngsten gewaltsamen Ausschreitungen in Ägypten erneut scharf kritisiert. 26 Todesopfer verlangten nach "sichtbaren Konsequenzen".
In Kairo war es im Zuge einer Demonstration christlicher Kopten zu Straßenkämpfen zwischen Christen, Soldaten und muslimischen Schlägertrupps gekommen, bei denen mindestens 26 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt wurden.