Schwarz und Leitl: Finanzwirtschaft stärker kontrollieren
In gemeinsamer Erklärung plädieren Kärntner Bischof und Wirtschaftskammerpräsident für mehr Solidarität und soziale Gerechtigkeit - Verwaltungsreform nicht länger auf die lange Bank schieben, mehr Augenmerk auf Bildung
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Klagenfurt, 12.10.11 (KAP) Mehr Solidarität und soziale Gerechtigkeit sowie eine stärkere Kontrolle der Finanzwirtschaft fordern der Kärntner Bischof Alois Schwarz und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl, wie die Kärntner Kirchenzeitung "Der Sonntag" berichtet. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es u.a. wörtlich: "Die spekulative Finanzwirtschaft ist kein Selbstzweck, sondern muss der Realwirtschaft dienen."
Leitl und Schwarz unterscheiden zwischen Spekulanten an den Börsen und jenen Unternehmen, die tatsächlich der Wertschöpfung dienen, damit Arbeitsplätze schaffen und im Sinne des Gemeinwohls sich für regionale und soziale Entwicklung einsetzen. Gleichzeitig fordern sie: "Zur Kontrolle bedarf es internationaler Regelungen."
Um die Schuldenkrise zu bewältigen, sollten finanzwirtschaftliche Transaktionen besteuert werden: "Das so lukrierte Steueraufkommen sollte zur Bewältigung der Staatsschuldenkrise herangezogen werden, da diese in erster Linie von der Finanzkrise verursacht wurde."
Bildung - Schlüsselfaktor für die Zukunft
Wirtschaftskammerpräsident und Bischof fordern weiters eine "Priorität für Bildung und Forschung, Wissenschaft und Kreativität". Bildung sei der Schlüsselfaktor für die Zukunft Österreichs, das über "großartige Talente und Begabungen" verfügt. Es brauche mehr "persönlichkeitsbezogene Förderung durch entsprechende Aus- und Weiterbildung".
Der Subsidiarität ist der dritte Punkt in der gemeinsamen Erklärung gewidmet. Darin äußern Bischof Schwarz und Präsident Leitl ihre Sorge um die finanzielle Entwicklung Österreichs. Sie fordern in diesem Zusammenhang eindeutige Reformen von Seiten des Staates. Wörtlich heißt es: "Gemäß dem Prinzip der Subsidiarität erwarten beide Partner einen Staat mit optimaler Organisation und weniger Doppelgleisigkeit und Bürokratie."
Ganz klar bekennen sich beide für die seit Jahrzehnten von der Politik vor sich hergeschobenen und ständig hinausgezögerten Verwaltungsreform. Mit einer solchen Reform könnte viel Geld eingespart werden, betonen Leitl und Schwarz: "Damit könnten erhebliche Mittel für Investitionen in Schulen, Universitäten und Infrastruktur freigesetzt werden, um damit einen wesentlichen Beitrag zur Zukunftssicherung zu leisten."
Bischof Alois Schwarz ist in der Österreichischen Bischofskonferenz u.a. für Wirtschaftsfragen zuständig. Die gemeinsame Erklärung von Bischof und Wirtschaftskammerpräsident trägt den Titel "Kirche und Wirtschaft sind Partner bei der Zukunftssicherung unseres Landes".