Apostolischer Nuntius lobt Österreich
Wien, 8.1.06 (KAP) Lob für Österreich aus dem Vatikan: Der Apostolische Nuntius in Wien, Erzbischof Edmond Farhat würdigte am Montag beim traditionellen Neujahrsempfang des Bundespräsidenten für das Diplomatische Corps in der Hofburg, wie Österreich "die Ratspräsidentschaft der EU im ersten Halbjahr 2006 "hervorragend geleitet" hat. In diesem Zusammenhang verwies der Nuntius auf den EU-Lateinamerika-Gipfel, der einen "wichtigen Schritt der weltweiten Solidarität dargestellt" habe. Zugleich unterstrich Erzbischof Farhat die Bedeutung des offiziellen Besuchs von Bundespräsident Heinz Fischer bei Papst Benedikt XVI. im Oktober des Vorjahrs. Der Apostolische Nuntius nahm auch zur innenpolitischen Situation Österreichs Stellung; die Wahl habe den Wunsch "nach Veränderungen, aber auch nach Stabilität und Kontinuität" gezeigt. Wörtlich sagte der Nuntius im Hinblick auf die Linie Fischers: "Wir alle bewundern Ihre Geduld und Ihren demokratischen Eifer, dem Volk eine Regierung zu geben, die seine Erwartungen und sein Streben erfüllt".
Erzbischof Farhat verwies als Doyen des Diplomatischen Corps auf die schwierige Situation auf Weltebene. Viele Völker würden unter "Angst, Tod, Hunger und Krankheiten" leiden. Es gebe neue Bürgerkriege und Regionalkriege, das Übel des Terrorismus und die nukleare Aufrüstung. Zugleich gebe es aber auch die Sehnsucht nach Solidarität, nach einer "konzertierten Politik" und nach gemeinsamer Nutzung von Ressourcen.
Viele Menschen würden dem Jahr 2007 mit "großem Optimismus" entgegen gehen, erinnerte der Apostolische Nuntius. Es gebe Hoffnungen, dass der Friede im Nahen Osten echte Fortschritte machen wird und dass die Wirtschaft neue Möglichkeiten findet, um mehr Wohlstand für alle Völker zu sichern.
Abschließend erinnerte Erzbischof Farhat an das Wort von Blaise Pascal, dass der Mensch ein gefallener Engel sei, der sich nach seinem Ursprung sehnt. Dieser Ursprung sei die Beziehung zur Transzendenz, zu Gott. Es sei zu wünschen, dass die junge Generation ihre "innige Beziehung zur Transzendenz wieder entdeckt". Dann werde es leichter sein, "echte und gültige Lösungen" für die wichtigen Probleme zu finden.