"Ernste Krise aber keine Untergangsstimmung"
Schönborn-Sprecher Prüller und Wissenschaftsminister Töchterle bei Diskussion der Wiener Akademie für Evangelisation
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Wien, 17.11.2011 (KAP) Die aktuelle Kirchenkrise sei ernst, eine "Untergangsstimmung" sei aber sicher nicht angebracht. Das hat der Kommunikationschef der Erzdiözese Wien und Pressesprecher von Kardinal Christoph Schönborn, Michael Prüller, betont. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion, zu der die "Akademie für Evangelisation" am Mittwochabend in Wien geladen hatte, sagte Prüller, dass die Kirche immer noch eine beachtliche gesellschaftliche Institution und Größe sei, letztlich gehe es aber nicht um Stärke oder Anerkennung. Aufgabe der Kirche müsse es stets sein, die Menschen zu Jesus Christus und damit zu einem Leben in Fülle zu führen, so der Kommikationsverantwortliche.
Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, brauche es eine neue Sozialgestalt der Kirche, neue Formen von Seelsorge und Verkündigung sowie bei der Umsetzung mehr Tempo. Ein erster Schritt dorthin sei die stärkere Bereitschaft, die Menschen ernst zu nehmen und ihnen zuzuhören. Prüller: "Wir stehe am Beginn von etwa Neuem, von dem wir noch nicht wissen, was es ist."
Die Diskussion im Figl-Haus stand unter dem Motto "Zu viele Untergangspropheten - wo bleibt das Prinzip Hoffnung?" Mit Prüller diskutierte Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle. Er beklagte an erster Stelle den Mangel an Solidarität heute. "Die tiefste Krise ist die krasse Ungerechtigkeit bei der Verteilung von Wohlstand in der Welt", so Töchterle wörtlich. Er bewundere all jene Menschen oder Gruppen, die dazu Gegenbeispiele aufzeigen würden.
Töchterle verwies in diesem Zusammenhang auf die Initiative "Mary's Meals" (Mahlzeiten Mariens). Die von Magnus MacFarlane-Barrow 2002 gegründete Organisation versorgt mittlerweile rund 600.000 arme Kinder in 16 Ländern mit jeweils einer warmen Mahlzeit täglich.