"Enttäuschend wenig Ideen zum Thema Lebensschutz"
Wien, 11.1.07 (KAP) Die "Aktion Leben" ist vom Regierungsprogramm der neuen Bundesregierung "enttäuscht". Weder sei das Thema Lebensschutz ausdrücklich in das Programm aufgenommen worden, noch seien die offenen Fragen zur Schwangerenberatung sowie zur Unterstützung von Müttern in prekären Situationen berücksichtigt worden. Insgesamt habe die neue Regierung "zum Thema Lebensschutz enttäuschend wenig Ideen". So vermisse man eine deutliche Absage an eine verbrauchende Embryonenforschung ebenso wie ein klares Bekenntnis zum Schutz schwangerer Frauen, die "verlässliche Rahmenbedingungen" benötigen, um sich "auch in schwierigen Situationen für ein Kind entscheiden zu können". Zu fordern sei dazu vor allem eine existenzielle Absicherung durch eine Valorisierung des Kinderbetreuungsgeldes und eine Erhöhung der Familienbeihilfe. Von beidem sei jedoch im neuen Regierungsprogramm "nur vage" die Rede, so die "Aktion Leben".
Weiterhin ungelöst bleibe das "ständig größer werdende Wohnungsproblem" für schwangere Frauen und Familien mit Kindern. Bei der Frage der Leistbarkeit von Wohnungen müsse die Regierung "selbst initiativ werden" und dürfe sich nicht auf die einzelnen Bundesländer berufen.
Ebenso offen sei die Frage "leistbarer Kinderbetreuung mit hoher Qualität". Wenn es der Regierung ein Anliegen sei, Frauen mit Kindern den Weg in den beruflichen Wiedereinstieg zu ebnen, müsse dies durch qualitativ hochwertige Betreuungseinrichtungen unterstützt werden. Derzeit sei dies jedoch "in manchen Bundesländern absolut nicht gegeben".
Das Vorhaben, die Familienberatungsstellen auszubauen und zu bewerben sieht die "Aktion Leben" als "achtenswert", jedoch weist sie mit Nachdruck darauf hin, dass "Schwangerenberatung ein besonderes Wissen erfordert". Um eine angemessene Beratung zu ermöglichen, bedürfe es daher der "Schwerpunkt-Beratungsstellen" mit ausgebildetem Fachpersonal. Auch empfiehlt die "Aktion Leben", das "bewährte Konzept der Verbindung von Beratung mit finanzieller Hilfe" auch auf die öffentlichen Beratungsstellen hin auszuweiten. Der Staat habe sich in den vergangenen Jahren zunehmend aus der Beratung zurückgezogen und diese an private Organisationen abgetreten. Hier sei ein Umdenken notwendig. Ebenso sei eine intensivere Bewerbung der vorhandenen Beratungsstellen geboten. Positiv bewertet die "Aktion Leben" den Plan, das Angebot der psychosozialen Beratung rund um vorgeburtliche Untersuchungen zu verstärken.
Insgesamt vermisst die "Aktion Leben" im neuen Regierungsprogramm aber ein "klares Bekenntnis zu einer lebensfreundlichen Gesellschaft". Die "Aktion Leben" arbeitet derzeit einen Maßnahmenkatalog mit konkreten Vorschlägen für ein "lebenfreundliches Österreich" aus, der der neuen Regierung überreicht werden soll.