"Das Besondere soll nicht im Alltag untergehen"
Katholische Aktion Salzburg plädiert für ruhigen, gemeinsamen Feiertag statt hektischem Einkaufsstress an Mariä Empfängnis
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Salzburg, 02.12.11 (KAP) Die sich fortsetzende "Aushöhlung" des gesetzlichen Feiertags Mariä Empfängnis durch die Öffnung von Geschäften kritisiert die Katholische Aktion der Erzdiözese Salzburg. "Das Besondere - für viele Menschen auch das Religiöse - soll nicht im Alltag untergehen", unterstreicht die kirchliche Laienorganisation in einer am Freitag veröffentlichten Liste mit "sieben gute Gründen" zur Bedeutung des 8. Dezembers als Feiertag. Das Marienfest sei "wertvolle Tradition" in Österreich und hebe über seine christliche Bedeutung hinaus die Lebensqualität; wie jeder Feiertag setze der Tag eine Grenze zwischen "fremd- und selbstbestimmter Frei-Zeit".
Nicht einmal in Zeiten größter wirtschaftlicher Depression und Armut sei an der Feiertagsruhe gerüttelt worden, schreibt die Katholische Aktion Salzburg. Im Gegenteil habe eine nach dem Krieg von Hunderttausenden Österreichern getragene Unterschriftenaktion zur Wiedereinführung des von den Nationalsozialisten abgeschafften Feiertages am 8. Dezember geführt. "Der Nationalrat beschloss 1955 einstimmig, dass der 8. Dezember wieder als Feiertag begangen werden soll - als Dank für die wiedererlangte Freiheit Österreichs", wird erinnert.
"Feiertage machen Werte und Humanität in der Gesellschaft sichtbar", wird argumentiert. Der Mensch sei nicht nur "Arbeits- und Kaufkraft". Der Sinn des Lebens erschöpfe sich nicht in Produktion, Rentabilität, Leistung, Konsum, besserer Auslastung wirtschaftlicher Kapazitäten und Streben nach größerem Gewinn.
Vielmehr fördere die "geschenkte Zeit" an einem Feiertag das Miteinander in Beziehungen und Familie, so die Katholische Aktion. Als "Tag der Muße und kollektiver Freizeit" bringe ein Feiertag Lebensqualität, es sei ein "Tag des Nicht-Alltäglichen".
"Es braucht beides: eine Alltags- und eine Feiertagskultur", wird weiters betont. Der Feiertag lade ein, "sich zu engagieren und Möglichkeiten gemeinsamen Feierns und Erlebens zu schaffen". Auch sei er Zeichen dafür, dass "es etwas gibt, das uns 'heilig' ist". Er sei "Atempause und Tempobremse" im alltäglichen "Hamsterrad" und im hektisch gewordenen Advent eine "zusätzliche Zeitinsel".