Die Geschichte des Weihnachtsmanns
Für Weihnachtsmann, Santa Claus, Pere Noel, Father Christmas und Co. stand ursprünglich der Heilige Nikolaus Modell - Hintergrundbericht von Inga Kilian
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Berlin, 15.12.2011 (KAP) Ein langer weißer Bart, eine rote pelzbesetzte Jacke und ein gütiges Lächeln: So sieht er aus, der "Santa Claus" made by "Coca Cola". Das Bild vom gemütlichen älteren Herrn hat die Vorstellung nachhaltig geprägt. Hartnäckig hält sich daher das Gerücht, das Unternehmen habe den Weihnachtsmann erfunden. "Wir haben den Weihnachtsmann nicht erfunden - wir haben ihm ein Gesicht gegeben", sagt dazu Sprecherin Stefanie Effner. Die Vorstellung vom Weihnachtsmann existierte aber bereits lange vor der Gründung des Getränkeunternehmens: Modell stand der Heilige Nikolaus, um den sich viele Legenden ranken.
Angenommen wird, dass Nikolaus Anfang des 4. Jahrhunderts lebte und als Bischof in Myra in der heutigen Westtürkei wirkte. Ein Witwer hatte sein Vermögen verloren und konnte seinen Töchtern keine Mitgift zahlen, so heißt es. Nikolaus erfuhr davon und warf nachts unbemerkt einen Geldbeutel durchs Fenster. In Erinnerung an seine Großzügigkeit werden in vielen Ländern an seinem Gedenktag, dem 6. Dezember, Geschenke verteilt.
Besonders in den Niederlanden hat der "Sinterklaas" große Bedeutung. Nicht an Heiligabend, sondern am Nikolausabend erhalten die Kinder hier Geschenke. Niederländische Auswanderer waren es auch, die ihren "Sinterklaas" im 17. Jahrhundert nach Amerika brachten. Dort nahm dann die Verwandlung zum "Santa Claus" ihren Lauf.
Der "Santa Claus" der vergangenen Jahrhunderte entsprach freilich bei weitem nicht dem heutigen Bild. In Geschichten und Gedichten wird er einmal als alter Kobold, einmal als Pfeifenraucher mit Hut beschrieben. 1931 beauftragte "Coca Cola" im Zuge einer großen Weihnachtskampagne einen Zeichner damit, den "Santa Claus" neu zu gestalten. Ein pensionierter Verkaufsfahrer stand Modell - und diese Darstellung prägte künftig die Vorstellung vom Weihnachtsmann.
Während der Weihnachtsmann in Österreich und Deutschland mit dem Christkind konkurriert, das Heiligabend die Geschenke unter den Baum legt, hat er in anderen Ländern kaum Gegenspieler. In Frankreich bringt "Pere Noel", in Großbritannien "Father Christmas" die Gaben zum Fest. Beide ähneln dem US-"Santa", der aber erst in der Früh des 25. Dezember mit seinem Rentierschlitten durchs Land braust und die Weihnachtsstrümpfe der Kinder füllt.
In Russland gibt es Geschenke erst zu Neujahr. "Väterchen Frost", ein bärtiger Geselle im Pelzmantel, trägt ein Zepter, mit dem er alles, was er berührt, gefrieren lässt. Auch in Südeuropa, wie beispielsweise in Spanien, ist nicht Weihnachten das Fest der Gaben und Geschenke. Traditionell beschenken hier die Heiligen Drei Könige am 6. Jänner all jene, die artig waren. Auch in einigen Teilen Italiens gibt es Geschenke erst am Dreikönigstag - allerdings werden sie hier von einer alten Witwe, der "Befana", überbracht.
In Nordeuropa trifft man auf verschiedene Verwandte des Weihnachtsmanns. Während in Schweden der "Jultomte" an Heiligabend die Geschenke bringt, stattet den Norwegern der koboldartige "Julenisse" einen Besuch ab.
Auch in Dänemark ist der "Julenisse" ein fester Bestandteil der Weihnachtstradition: Als Weihnachtswichtel arbeitet er dem Weihnachtsmann zu und erwartet als Gegenleistung von den Menschen eine ordentliche Portion Grütze. Ähnlich verhält es sich in Island: Hier sind die "13 Weihnachtszwerge von den Bergen" für die Gaben zuständig. In Finnland klopft Heiligabend der "Joulupukki" an die Tür. Von seinem Wohnort in Finnisch-Lappland macht er sich mit dem Rentierschlitten auf den Weg.
Eines haben Weihnachtsmann, Santa Claus, Pere Noel, Father Christmas und Co. jedenfalls gemeinsam: In der Vorstellung der Menschen tragen sie einen weißen Rauschebart und eine rote, pelzbesetzte Jacke - und sie lächeln gütig.