Diözese Linz feiert Altbischof Aichern
Festgottesdienst anlässlich der Bischofsweihe vor 30 Jahren -Aichern in Predigt: "Lasst Euch die Freude am Mensch-Sein und am Christ-Sein durch nichts nehmen"
Image (img1) invalid or missing |
|
Linz, 23.01.12 (KAP) Die Diözese Linz hat am Sonntag Altbischof Maximilian Aichern gefeiert, der vor 30 Jahren, am 17. Jänner 1982, die Bischofsweihe empfing. Zum Weihejubiläum im Linzer Mariendom bezeugten weit über tausend Gläubige und viele Ehrengäste aus Kirche, Politik und Wirtschaft die ungebrochene Beliebtheit Aicherns. Neben dem amtierenden Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz gratulierten die emeritierten Bischöfe Johann Weber, Reinhold Stecher und Paul Iby sowie zahlreiche Oberinnen und Äbte der österreichischen Orden.
In seiner Predigt betonte der Linzer Altbischof die Verantwortung für die Welt und ihre Gestaltung als eine der zentralen Aufgaben von Christen. "Wichtig ist das engagierte Zeugnis aller Christinnen und Christen, in der Politik, in der Wirtschaft, im kulturellen, wissenschaftlichen und sozialen Bereich." Den geistlichen Hirten komme dabei die Aufgabe zu, den Geist des Evangeliums und die christliche Soziallehre immer wieder einzubringen und im Sinne des II. Vatikanischen Konzils den Dialog mit allen Kräften in der Gesellschaft zu fördern.
Entgegen einem wachsenden Individualismus muss nach den Worten Aicherns ein neuer Zugang zu Ethik und Spiritualität erschlossen werden. "Nicht Einzelinteressen, sondern der Mensch muss die Mitte von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sein", wie ja auch im Sozialhirtenbrief der österreichischen Bischöfe und im Ökumenischen Sozialwort betont worden sei.
Aichern bedankte sich bei allen Mitbischöfen, beim Klerus und bei den Ordensleuten, den Laienmitarbeitern und ehrenamtlich Engagierten der Diözese. "Mut machen möchte ich vor allem den jungen Menschen für ihr Glaubenszeugnis in Wort und Tat, gerade auch in den weltlichen Aufgabenbereichen, aber auch Mut machen für einen Weg im geistlichen Dienst."
Die Berufung und Lebensaufgabe, für Kirche und Gesellschaft im Auftrag Gottes da zu sein, schenke gewiss Freude trotz mancher Mühe, sagte Aichern. "Wir wissen nicht, wie viel von unserer Saat, von dem, worum wir uns bemüht haben, aufgegangen ist und aufgehen wird", so der Bischof. "Wir wissen aber im Glauben, dass unsere Arbeit und unser Leben von Gott getragen sind."
Der abschließende Appell Aicherns an die Festgemeinde, der - wie er sagte - weiterhin in der Diözese Linz mitarbeiten werde: "Lasst Euch die Freude am Mensch-Sein und am Christ-Sein durch nichts nehmen. Beachtet die Zeichen der Zeit und teilt die Freude und Hoffnung, die Bedrängnis und Trauer der Menschen, wie es das II. Vatikanische Konzil ausgedrückt hat."
Für den Pastoralrat der Diözese Linz sprach Edeltraud Artner-Papelitzky Gruß- und Dankesworte an den Jubilar, für das Land Oberösterreich Landeshauptmann Josef Pühringer. Die Eucharistiefeier wurde vom Domchor mit der "Zauberflötenmesse" eines anonymen Komponisten mitgestaltet.