Kälte: Caritas ruft zur Hilfe für Kälteopfer in Osteuropa auf
Obdachlose in Minsk können nicht in Armenküchen, "weil sie keine Schuhe haben" - Grazer "VinziWerke": Hilfswelle für Notleidende in Österreich
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Wien-Graz, 8.2.12 (KAP) Einige osteuropäische Länder hat die Kälte noch ärger als Österreich im Griff. In der Weißrussland etwa sei die Situation für die notleidende Bevölkerung dramatisch, berichtete die österreichische Caritas-Mitarbeiterin Sigried Spindlbeck am Mittwoch aus der Hauptstadt Minsk. Insgesamt seien in Weißrussland bisher mehr als 60 Menschen erfroren. Unter der Kälte litten besonders Obdachlose, ältere Alleinstehende und Familien mit vielen Kindern, die ohnehin vielfach in bitterer Armut leben müssten.
"Obdachlose Menschen schaffen es zum Teil gar nicht in die Armenküchen der Caritas, weil sie keine Schuhe haben und deshalb nicht kommen können", so Spindlbeck in einer Aussendung. Mitarbeiter der weißrussischen Caritas machten sich deshalb auf die Suche nach Obdachlosen und versorgten sie mit Kleidung und warmen Decken. Freiwillige Helfer brächten Lebensmittel und Brennholz zu alten Menschen in die Dörfer.
Mehr als 2.000 Familien in den ärmsten Regionen des Landes versorgt die weißrussische Caritas derzeit mit Brennholz, Lebensmittelpaketen, Medikamenten und Winterkleidung sowie mit Essen. In den Armenküchen werden laut der Hilfsorganisation rund 8.000 Mahlzeiten im Monat ausgegeben - benötigt würden allerdings noch mehr.
Die Caritas bittet dafür um Spenden im Rahmen ihrer aktuellen Februarsammlung für Menschen in Not in den ärmsten Ländern Europas.
(PSK-Spendenkonto 7.700 004, BLZ 60.000 bzw. "Erste Bank"-Spendenkonto 012-34560, BLZ 20.111. Kennwort jeweils: Menschen in den ärmsten Ländern Europas. Online-Spenden unter www.caritas.at).
"VinziWerke": Aufruf löste Hilfswelle aus
In Österreich selbst zeigten sich viele Menschen nach Aufrufen von Hilfsorganisationen mit Notleidenden solidarisch: "Wir haben mehr als 500 Decken, rund 450 Paar Socken, 400 Jacken und eine unendliche Anzahl an Bettwäsche und Pölstern von Menschen aus der ganzen Steiermark, sogar aus Kärnten, Niederösterreich und dem Burgenland bekommen", berichtete etwa der Grazer "Vinzi"-Pfarrer Wolfgang Pucher in einer Aussendung. Ein Spender habe sogar extra neue Damen- und Herrenkleidung - "je 25 Decken, Handschuhe, Schals, Hauben und Socken" - gekauft.
Mit den Kleiderspenden konnten Bewohner der "Vinzi"-Einrichtungen und Obdachlose ausgerüstet werden. Ehrenamtliche Mitarbeiter verteilte in den vergangenen Tagen auf ihrer allabendlichen Runde mit dem "VinziBus" durch die steirische Landeshauptstadt neben Jause und Tee auch warme Kleidung.
"Wir stellen jeden Tag weitere Notbetten auf und sind bemüht, alle Obdach-Suchende aufzunehmen", sagte Pfarrer Pucher. Was sonst noch gebraucht werde, seien gut erhaltene Winterschuhe und haltbare Lebensmittel wie z. B. Mehl, Zucker, Reis, Nudeln, Kaffee und Haltbarmilch.
(Spendenkonto-Nr. 02200-406888, Steiermärkische Sparkasse, BLZ 20815. Infos: www.vinzi.at)