Papst gratuliert Bischof Kapellari zum Silberjubiläum
Graz, 23.1.07 (KAP) Das silberne Bischofsjubiläum des steirischen Diözesanbischofs Egon Kapellari hat der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Edmond Farhat zum Anlass seines ersten offiziellen Steiermark-Besuchs genommen (Kapellari wurde am 24. Jänner 1982 zum Bischof geweiht). Auf dem Programm des Besuchs des Nuntius stand u.a. auch eine Begegnung mit Landeshauptmann Franz Voves sowie die Besichtigung wichtiger kirchlicher Orte, u.a. des Grazer Priesterseminars, des Grazer Doms, der Basilika Mariatrost, des Bildungshauses Schloss Seggau und des Benediktinerstifts Admont.
Nuntius Farhat überbrachte Bischof Kapellari ein lateinisch abgefasstes persönliches Gratulationsschreiben von Papst Benedikt XVI. sowie ein Dekret, durch das der steirische Bischof zum päpstlichen Delegaten in der Stiftung zur Förderung der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften ernannt wird. Wörtlich heißt es im Gratulationsschreiben Benedikts XVI. zum silbernen Bischofsjubiläum Kapellaris: "Du hast die Leitung der Diözese Gurk nach dem Willen Unseres verehrten Vorgängers Johannes Paul II. übernommen... Du hast mit doppelter Kraft Früheres fortgesetzt und Neues in Angriff genommen. All diese Vorhaben hast Du danach auf die Diözese Graz-Seckau übertragen, der Du - gleichsam an Deine Geburtsstätte zurückkehrend - Deinen Eifer und die Sorge eines unermüdlichen Hirten widmest. Denn dort setzt Du, dem Lehramt der Kirche stets treu, Deinen apostolischen Dienst erfolgreich fort, wofür Du Dir allseitige Wertschätzung erwirbst. Diese hast Du auch bei den übrigen Brüdern im Bischofsamt gewonnen, die Dir wichtige Ämter übertragen haben".
Besonders beeindruckt zeigte sich Nuntius Farhat vom Besuch im Johannes-von-Gott-Pflegezentrum der Barmherzigen Brüder in Kainbach, der größten Behinderteneinrichtung dieser Art in Österreich. Erzbischof Farhat und Diözesanbischof Kapellari wurden vom Gesamtleiter Prior P. Wolfgang Mösslacher und einem Behindertenchor festlich empfangen. Den zahlreich anwesenden Bewohnern und Mitarbeitern des Pflegezentrums rief der Vertreter des Papstes zu: "In Christi Namen umarme ich Euch!"P. Mösslacher führte den Nuntius durch das Pflegezentrum; Erzbischof Farhat fasste die vielen Eindrücke so zusammen: "In Kainbach zeigt sich, was Christus von uns möchte. In der konkreten Atmosphäre dieses Hauses ist spürbar, dass Christus uns gerade in den Schwachen, Kranken und Ausgegrenzten begegnet". Abschließend ermutigte er die Mitarbeiter von Kainbach, ihre Tätigkeit nicht nur als Beruf, sondern als Berufung um Christi willen verstehen zu lernen. Den Barmherzigen Brüdern dankte der Nuntius ausdrücklich für ihr Wirken in Kainbach, aber auch für ihr unermüdliches Zeugnis in allen Einrichtungen des Ordens in Österreich.
Im Grazer Priesterseminar feierte Erzbischof Farhat mit den Studenten die Heilige Messe. In seiner Predigt ermutigte er die Priestergeneration von morgen zu einem beherzten Vorangehen auf ihrem Weg und berichtete in einer Fragestunde über seine Erfahrungen in der Türkei und im Nahen Osten (Farhat stammt aus dem Libanon und war vor seiner Berufung nach Wien Nuntius in Ankara). Bei einem Abendessen im Priesterseminar kam es auch zu einer Begegnung mit Vertretern der Katholisch-Theologischen Fakultät.
Weihe am 24. Jänner 1982
Der steirische Diözesanbischof wurde am 24. Jänner 1982 zum Bischof geweiht. Bis Juni 2001 stand er der Diözese Gurk vor. Seit 14. März 2001 ist er der 57. Bischof der Diözese Graz-Seckau. Sein Wahlspruch "Omnia vestra - vos autem Christi" (Alles ist Euer, Ihr aber gehört Christus) entstammt dem 1. Korintherbrief (1 Kor 3,23). Bischof Kapellari ist der dienstälteste Diözesanbischof in der katholischen Kirche in Österreich
In seiner ersten Ansprache als Bischof sagte Kapellari am 24. Jänner 1982, die Stärke der Kirche hänge davon ab, wie weit sie auf Gottes Wort hört und ihm gehorcht. Wörtlich stellte der Bischof damals fest: "Wo nicht Christus und sein Geist in der Kirche das letzte Wort haben, sondern menschliche Klugheit und Selbstbehauptung, da reduziert sich kirchliches Leben auf pastorale Technik, auf Management und harmlose Geselligkeit". Wahre Christen müssten wahre Freunde des Lebens in allen seinen Formen sein.
Über seine Aufgaben als Diözesanbischof hinaus war Bischof Kapellari in der Österreichischen Bischofskonferenz von 1982 bis 1992 Referent für Jugendseelsorge ("Jugend-Bischof"). Seit 1992 ist er Referent für Fragen von Liturgie und Kultur, seit 2001 Referent für Medienfragen und Stellvertretender Vorsitzender der Bischofskonferenz. In den Jahren 1982 bis 1992 war er außerdem Mitglied des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), seit 1997 ist er Mitglied der Kommission der Bischofskonferenzen des EU-Raumes (ComECE). Seit Juni 1997 ist der steirische Bischof auch Konsultor der Päpstlichen Kommission für den Kulturgüterschatz der Kirche.
Schriftstellerisch tätig
Zum umfangreichen literarischen Schaffen von Bischof Kapellari zählen Bücher über die Theologie der Symbole und über das Kirchenjahr sowie zahlreiche Aufsätze in Sammelwerken, Zeitschriften und Zeitungen, vor allem über Fragen zwischen Kirche, Kunst, Politik und Wirtschaft.