Wien: Pfarrer beruft im Vatikan gegen Kirchenschenkung
Beschwerde des Neulerchenfelder Pfarrers gegen Entscheid der Kleruskongregation - Erzdiözese reagiert gelassen
|
|
Wien, 27.02.12 (KAP) Der Streit um die Schenkung der Wiener Pfarrkirche Neulerchenfeld an die serbisch-orthodoxe Gemeinde geht in die nächste Instanz: Wie die Austria Presse Agentur (APA) am Montag berichtete, hat der Neulerchenfelder Pfarrer, Tadeusz Cichon, bei der "Apostolischen Signatur" - dem höchsten Gericht im Vatikan - Berufung gegen den Entscheid der Kleruskongregation eingelegt, wonach die Übertragung der Kirche und die Zusammenführung der Neulerchenfelder Pfarre mit der Pfarre Maria Namen rechtens sei. Die Kleruskongregation hatte mit ihrem Entscheid vom November bereits auf einen ersten Rekurs von Pfarrer Cichon reagiert, der sich gegen die von der Erzdiözese Wien beabsichtigte Schenkung zur Wehr setzen wollte.
Gelassen reagiert man indes in der Erzdiözese Wien auf die erneute Beschwerde im Vatikan. "Wir nehmen nicht an, dass die Beschwerde durchgeht", zitierte die APA den Sprecher der Erzdiözese Wien, Michael Prüller. Außerdem nehme die Apostolische Signatur keine inhaltliche Neubewertung der Schenkung vor sondern kläre nur, ob die Kleruskongregation prinzipiell korrekt gehandelt habe und der erste Rekurs des Pfarrers damit rechtmäßig abgelehnt worden sei, so die Erzdiözese Wien.
Am Vorhaben der Schenkung habe sich auch nach der jetzigen Beschwerde "nichts geändert", so Prüller. Ursprünglich war die Zusammenlegung mit der in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen Pfarre Maria Namen ab 30. Juni 2011 geplant gewesen. Kardinal Christoph Schönborn hatte seine Entscheidung u.a. damit begründet, dass es in Wien 172 Pfarrkirchen für rund 750.000 Katholiken gibt - zugleich jedoch nur drei Gotteshäuser für die 150.000 serbisch-orthodoxe Christen in Wien und Umgebung.