Katholischer Familienverband übt Kritik an Stadt Wien
Kein Verständnis, dass entwicklungsverzögerte Kinder nicht mehr zusätzliches Jahr Gratiskindergarten besuchen können
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Wien, 02.03.2012 (KAP) Der Katholische Familienverband der Erzdiözese Wien (KFVW) kritisiert die Stadt Wien, weil Eltern, deren Kinder zwar schulpflichtig aber noch nicht schulreif sind, ihre Kinder wie in anderen Bundesländern nicht ein weiteres Jahr in den Gratiskindergarten schicken dürfen.
In Wien werde zwar der Besuch einer Vorschulklasse finanziert, die aber oft nicht so gut ausgestattet ist wie Integrationskindergärten, so Mechtild Lang, Vorsitzende des Katholischen Familienverbandes in einer Aussendung am Freitag: "So werden Kinder aus ihrem vertrauten Umfeld herausgerissen, der weitere Besuch des gewohnten Gratiskindergartens ist nicht mehr möglich."
In anderen Bundesländern sei der verlängerte Kindergartenbesuch sehr wohl möglich, so Lang: "Eltern wissen wohl am ehesten, was für ihr Kind am besten ist." Die KFVW-Vorsitzende forderte für Eltern entwicklungsverzögerter Kinder die "Wahlmöglichkeit zwischen Kindergarten- und Vorschulplatz". Nach Langs Meinung fehle eine bundeseinheitliche Regelung, weshalb es Ungerechtigkeiten zwischen den Bundesländern in der Behandlung dieser Gruppe gebe und manche Eltern wegen dieser Frage sogar übersiedelten.
An den Kosten dürfe eine solche Regelung nicht scheitern, gehe es doch um eine überschaubar kleine Anzahl von Kindern. In Oberösterreich würden derzeit beispielsweise 27 Kinder ein weiteres Jahr - gratis - im Kindergarten verbringen.
Vor kurzem hatte auch die Aktion Leben die Stadt Wien aufgefordert, betroffenen Kindern im Bedarfsfall ein zusätzliches kostenloses Kindergartenjahr zu ermöglichen. Ziel müsse es sein, Eltern und ihre Kinder so zu unterstützen, "wie sie es brauchen", betonte Aktion-Leben-Generalsekretärin Martina Kronthaler.