Medienpreis für Webprojekt der Katholischen Jugend
Projekt "Hallo Rom" der KJ-Oberösterreich mit deutschem Antonius-Funke-Preis ausgezeichnet - Tagung "Kirche im Web 2.0" in Stuttgart
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Linz-Stuttgart, 09.03.2012 (KAP) Das Internet-Projekt "Hallo Rom" der Katholischen Jugend Oberösterreich ist mit dem dritten Preis des renommierten Antonius-Funke-Preis des deutschen Katholischen Pressebundes ausgezeichnet worden. Das Web-Projekt lud Jugendliche ein, ihre Ideen für eine Kirche der Zukunft in Form einer virtuellen Postkartenaktion oder eines eigenen Protest-Songs auf der Plattform www.hallo-rom.at zu "posten". Überreicht wurde der erstmals als medialer Innovationspreis ausgelobte Antonius-Funke-Preis bei der am Donnerstag in Stuttgart zu Ende gegangenen Tagung "Kirche im Web 2.0".
Den ersten Preis erhielt das Projekt "Ruhrfisch", in dem Web-Angebote und konkrete Jugendpastoral in der Diözese Essen miteinander verknüpft werden. Den zweiten Platz belegte das Blogprojekt "Sei besiegelt", bei dem sich vor allem Firmlinge aktiv einbrachten. Ausgezeichnet werden mit dem Preis mediale Projekte und Konzepte, die gezielt die Möglichkeiten der sozialen Netzwerke im Internet nutzen, um den Glauben zu erschließen. Verliehen wurde der Preis vom Vorsitzenden des deutschen Katholischen Pressebundes, Br. Paulus Terwitte.
P. Bieger: Kein Weg führt an Web 2.0 vorbei
Im Mittelpunkt der diesjährigen Tagung "Kirche im Web 2.0" standen "Pastoraltheologische Perspektiven". So referierte etwa der deutsche Medien-Bischof und Diözesanbischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, über das medienethische Impulspapier "Virtualität und Inszenierung" der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. In dessen Zentrum steht die These, dass nicht Informationsmangel, sondern die verantwortungsvolle Produktion und Nutzung der vielen Inhalte die Herausforderung der Zukunft sei. Es müsse dafür gesorgt werden, dass die Gesellschaft nicht nur technisch, sondern auch sozial anschlussfähig bleibt, heißt es in dem im Vorjahr präsentierten Papier.
Über "Zukunfts- und Nutzungsszenarien" der - gegenüber "Facebook" alternativen - sozialen Netzwerke "Google+" und "Diaspora" referierte Tom Noeding von "evangelisch.de". Das Thema "Soziale Netzwerke und Privatsphäre" behandelte der deutsche kirchliche Medienexperte P. Eckhard Bieger.
Einvernehmen bestand laut P. Bieger darüber, dass für kirchliche Institutionen kein Weg mehr an einer Web-Präsenz auf der Höhe der Zeit, d. h. unter Einbeziehung auch der sozialen Netzwerke mehr vorbei führt. Nur so erreiche man jüngere Zielgruppen und begegne ihnen zugleich auf Augenhöhe in ihren jeweiligen "Kommunikationswelten". P. Bieger in seiner auf verschiedenen Webplattformen im Anschluss an die Tagung veröffentlichten Zusammenfassung: "Wenn die kirchlichen Einrichtungen da nicht präsent sind, kommen die Menschen immer weniger zu bestimmten Veranstaltungen, so besonders im Jugendbereich wie auch für neuere Gottesdienstformen, Feste oder Wallfahrten."
Websites seien nicht nur das Aushängeschild, sondern mittlerweile auch eine ernst genommene und daher verlässlich zu befüllende Informationsquelle über Kirche. Eine enge Verzahnung mit sozialen Netzwerken sei ebenso ein "Muss" wie die Suchmaschinenoptimierung. Auch wenn zahlreiche Menschen über "Facebook" erreichbar seien, gelte es auch, Alternativen wie etwa "Google+" oder "Diaspora" im Blick zu haben. Entscheidend für den Erfolg einer webbasierten kirchlichen Kommunikationsstrategie sei aber auch die Qualifikation der jeweiligen kirchlichen Mitarbeiter, so P. Bieger.