KA: "Nein" zu Sonntagsöffnung bei Fußball-EM
Wien, 30.1.07 (KAP) Ein "klares Nein" zu einer umfassenden Sonntagsöffnung von Geschäften in ganz Wien während der Fußball-Europameisterschaft (EM) 2008 sagt die Präsidentin der Katholischen Aktion (KA) der Erzdiözese Wien, Christa Buzzi. "Warum soll zum Beispiel ein Baumarkt oder ein Möbelgeschäft an der Peripherie Wiens an den vier Sonntagen während der EM offen halten? Warum sollen tausende, vielleicht sogar zehntausende Angestellte in den Geschäften stehen müssen, statt den Sonntag mit ihren Kindern im Bad, bei Ausflügen oder vielleicht sogar bei einem Fußballspiel zu verbringen?", fragte die KA-Präsidentin.
Für eine Öffnung in einer kleinen Tourismuszone habe sie bisher keine großen Einwände gehabt, so Buzzi weiter. Angesichts der realistischen Gefahr, "dass diese Ausnahme dann der Türöffner für eine breitere Ladenöffnungsregelung am Sonntag sein kann, halte ich das aber nicht mehr wirklich für eine gute Idee". Viele Lobbyisten warteten nur auf so eine Gelegenheit, um dann die Politik und die öffentliche Meinung noch mehr unter Druck zu setzen, bedauerte Christa Buzzi. Sie verwies auf ähnliche Entwicklungen in Deutschland, wo nur wenige Monate nach der "Probe" bei der Fußball-WM die Sonntagsöffnung dann auch für das restliche Jahr fast ganz freigegeben wurde. "Daher ist es wohl besser, auch für die Euro 2008 'Hände weg von der Sonntagsöffnung' zu sagen, solange es keine ausreichenden Garantien gibt, dass dies eine einmalige Ausnahme ist", betonte die KA-Präsidentin.
Die Fußballeuropameisterschaft sieht Christa Buzzi als eine große Chance, vielen Gästen aus Europa Wien so zu präsentieren, dass sie gerne und oft wiederkommen. Als besonders wichtig dafür erachtet sie kulturelle Initiativen. Es sollten viele attraktive Möglichkeiten geschaffen werden, Wien auch abseits der Fan-Meilen und Fußballstadien kennen zu lernen - z.B. durch freien Eintritt in allen Wiener Museen während des Turniers. "Das würde für die Stadt viel mehr bringen als den Einkaufsrausch zu fördern", so die Wierner KA-Präsidentin.
Außerdem müsse Wien die Chance nutzen, völkerverbindende Initiativen zu setzen. Das Thema des Zusammenwachsens von Ost- und Westeuropa nach der EU-Erweiterung von 2004 sei "rasch wieder eingeschlafen"; die Fußball-Europameisterschaft 2008 wäre ein "hervorragender Anlass", dies wieder ins Zentrum des Bewusstseins zu rücken. Die Stadt Wien solle in dieser Hinsicht rasch und umfassend initiativ werden. Wien könnte sich als Drehscheibe der Völkerverständigung positionieren.