Interreligiöse Rocker unterwegs nach Babylon
Einmalige Aktion im Waldviertler Benediktinerstift: Abtprimas Wolf, evangelischer Bischof Bünker und Oberrabbiner Eisenberg laden am 21. Mai 2012 zum musikalischen Freundschaftstreffen
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Wien-St.Pölten (KAP) Ein interreligiöses musikalisches Freundschaftstreffen der besonderen Art findet am 21. Mai im Waldviertler Benediktinerstift Altenburg statt: Benediktiner-Abtprimas Notker Wolf, der lutherische Bischof Michael Bünker und Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg werden gemeinsam als Band auftreten. Auf dem Programm steht eine bunte Mischung aus Pop, Spirituals und jüdischen und Wiener Traditionen. Musikalisch unterstützt werden die religiösen Rocker von Gerhard Steger, Sektionschef im Finanzministerium.
Das Konzert um 19 Uhr in der Bibliothek des Benediktinerstifts steht unter dem Motto "Shalom - Music Between Friends" und wird gemeinsam vom Stift Altenburg und dem Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit vorbereitet. Mit dem Erlös solle ein Beitrag zur Pflege des jüdischen Friedhofs in Horn geleistet werden, so Abt Christian Haidinger.
Abtprimas Wolf, bekannt für seine Liebe zum Hardrock und zur E-Gitarre, wird diesmal auch zur Querflöte greifen, Bischof Bünker wird als bewährter Schlagzeuger der Rockband "Kreuzweh" bei seiner Profession bleiben, Sektionschef Steger spielt die E-Gitarre und Saxophon, Oberrabbiner Eisenberg singt. Die musikalische Leitung des Projekts hat der Altenburger Stiftsmusikus Markus Pfandler übernommen, am Bass wurde Marc Bruckner angeheuert. Zudem werden die religiösen Rocker von den Altenburger Sängerknaben unterstützt.
Derzeit wird noch eifrig für das Konzert geprobt. Das Programm umfasst nicht nur Songs mit religiösen Bezügen, wie etwa Leonard Cohens "Hallelujah" oder "By The Rivers Of Babylon", sondern ebenso Songs der Beatles.
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"By the Rivers of Babylon"
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Das Stift Altenburg habe sich in den vergangene Jahren als Ort der Begegnung und auch des interreligiösen Dialogs etabliert, sagte Abt Haidinger im "Kathpress"-Gespräch am Montagabend am Rande einer Bandprobe in Wien. Am 21. Mai stehe aber nicht der intellektuelle Dialog im Mittelpunkt, sondern die Musik. "Sie ist ein Schlüssel, einander mit Sympathie zu begegnen", so Haidinger. Nachsatz: "Diese Kombination wird es nur einmal geben."
"Garten der Religionen"
Bekannt ist das Benediktinerstift Altenburg bei Horn u. a. für seinen "Garten der Religionen". Dieser symbolisiert durch Wegeführung, Stein- und Wasserelemente den Hinduismus, den Buddhismus, das Judentum und den Islam inmitten des christlichen Klostergartens. "Suchende Menschen jeder Religion machen sich auf den Weg zur Mitte, auf die Suche nach Gott", so Haidinger. Mit dem Garten habe man versucht, die neue Sicht der katholischen Kirche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) auf die nichtchristlichen Religionen darzustellen, erläuterte Haidinger.
Der Abt verwies auf das Konzilsdokument "Nostra aetate" aus dem Jahr 1965. In dieser "Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen" spricht die Kirche von außerchristlichen Wahrheitselementen in den anderen Religionen. Ein besonders bahnbrechender Abschnitt war dem Judentum gewidmet. Das Konzil leitete damit die Aussöhnung von Kirche und Judentum ein. Es hielt fest, dass die Kirche das Volk Israel als Träger der auch für die Christen grundlegenden Offenbarung auf dem Berg Sinai sieht und dass Antisemitismus mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar ist.