Kirchlicher Kinderhilfsfonds half mehr als 300 Familien
Wien, 31.1.07 (KAP) Keine Familienbeihilfe, kein Kindergeld: oft monatelang mussten legal in Österreich lebende Ausländerinnen auf diese Sozialleistungen für ihre Babys warten. Um diese Wartezeit zu überbrücken, wurde im Dezember der Kardinal-Schönborn-Kinderhilfsfonds aufgestockt. "Mein Dank gilt hier in erster Linie den Spendern, die uns diese Hilfe ermöglicht haben", so Kardinal Schönborn. Mehr als 300 betroffenen Familien konnte in ganz Österreich geholfen werden. Mit der Auszahlung waren Caritas und Rotes Kreuz betraut.
Mit 31. Jänner wurde das am 18. Dezember eingerichtete Soforthilfebüro im Erzbischöflichen Palais in der Wollzeile 2 geschlossen. Betroffene Familien können sich weiterhin an die Beratungsstellen der Caritas und des Roten Kreuzes in allen Bundesländern wenden. Die Soforthilfeaktion war befristet geplant, nach der "Reparatur" des Gesetzes haben zahlreiche Familien mittlerweile die ihnen zustehenden Sozialleistungen erhalten. "Dafür gebührt auch den zuständigen Beamtinnen und Beamten Dank, dass nun doch rasch Kindergeld und Familienbeihilfe überweisen werden", sagte der Wiener Caritasdirektor Michael Landau am Mittwoch.
In der Auszahlungsstelle im Erzbischöflichen Palais wurden etwa 80.000 Euro ausbezahlt, mehr als zwei Drittel der österreichweiten Kontakte und Auszahlungen wurden hier abgewickelt. Die größte Gruppe der Hilfesuchenden stammte aus Serbien, gefolgt von Menschen aus verschiedenen afrikanischen Ländern und türkischen Staatsbürgern. Darüber hinaus wurden zahlreiche Beratungsgespräche geführt.
"Die Dankbarkeit dieser Menschen war überwältigend. Auch wenn der Betrag von 300 Euro die ausstehenden Sozialleistungen nicht ersetzen konnte, war es doch eine enorm wichtige Überbrückungshilfe", so Rainald Tippow von der Pfarrcaritas der Erzdiözese Wien: "Immerhin haben viele der Betroffenen davor monatelang kein Geld erhalten". Deutlich wurde im Zuge der Auszahlungen, dass es in Österreich nicht wenige Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft gibt, die trotz legalen Aufenthalts nur sehr eingeschränkten Zugang zu Sozialleistungen haben.
Der Kardinal-Schönborn-Kinderhilfsfonds wurde Ende der neunziger Jahre eingerichtet und wird von der Caritas der Erzdiözese Wien verwaltet. Die Mittel sind für die rasche, unbürokratische Hilfe für Kinder in Not vorgesehen. Persönlichkeiten aus der Wirtschaft hatten den Fonds vor Weihnachten mit insgesamt 300.000 Euro wieder gut ausgestattet. "Wirtschaftlicher Erfolg und soziales Verantwortungsbewusstsein gehen Hand in Hand; solche Aktionen sind ein wichtiges Signal für die Öffentlichkeit", so Kardinal Schönborn: "Die Mittel aus dem Fonds stehen auch weiterhin für Kinder in Not - unabhängig von Herkunft und Nationalität - zur Verfügung, und darüber bin ich sehr froh und dankbar". (Spenden für den Kardinal-Schönborn-Kinderhilfsfonds: Kto. Nr. 195.461 Bankhaus Schelhammer&Schattera, BLZ 19 190).