Kapellari: Karwoche ist "Ruf zur Entscheidung"
Grazer Bischof feierte Palmweihe vor Mausoleum - Karwoche als "Ruf, der aus dem Zwielicht der Unentschiedenheit und Lauheit herausholen will, damit es wirklich Ostern werden kann"
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Graz, 02.04.2012 (KAP) Die Karwoche verdichtet die gesamte christliche Botschaft auf ein "liturgisches Drama" und stellt einen "Ruf zur Entscheidung" für den Menschen dar, den Glauben "unter den heutigen Bedingungen" zu leben. Das hat der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari in seiner Predigt zur Palmweihe am 1. April vor dem Grazer Mausoleum betont. Die Karwoche sei ein "Ruf, der aus dem Zwielicht der Unentschiedenheit und Lauheit herausholen will, damit es bei den so Gerufenen - und das sind wir alle - wirklich Ostern werden kann".
In der Karwoche enthüllt sich laut Kapellari "für den christlichen Glauben der tiefste Sinn der ganzen Weltgeschichte". In ihr erlebe der Gläubige "ein Ringen zwischen Licht und Finsternis, zwischen Gut und Böse". Der christliche Glaube beharre dabei jedoch darauf, "dass der Saldo am Ende der Weltgeschichte ein positiver sein wird" und das Licht über die Finsternis siegen werde.
Die Karwoche sei "eine Einladung, eine Herausforderung an alle Mitfeiernden, sich vorzustellen, dass sie selbst an dem beteiligt gewesen wären, was sich als Leidengeschichte Jesu Christi vor 2.000 Jahren in Jerusalem ereignet hat", so Kapellari. Dabei sehe sich der Gläubige mit der Frage konfrontiert, welchen handelnden Personen er selbst näher sei: "den dunklen Gestalten wie Kaiphas, Herodes oder Pilatus? Oder den hellen Gestalten wie den weinenden Frauen oder dem Landmann Simon aus Cyrene?"