Demonstration gegen "Abtreibungsklinik" in Lugner City
Wien, 1.2.07 (KAP) Die Organisation "Jugend für das Leben" hat am Donnerstag eine Demonstration gegen das neue "sexualmedizinische Zentrum" namens "VenusMed" in der Wiener "Lugner City" eine Kundgebung durchgeführt. "VenusMed" hat auch Abtreibungen im Angebot.
Bei einer Pressekonferenz vor der Kundgebung sprach sich Margret Parzmair von "Jugend für das Leben" gegen "Abtreibungen in einem Einkaufszentrum" aus. Offensichtlich wolle man den Eindruck vermitteln, eine Abtreibung sei eine harmlose Erledigung zwischen Friseurtermin und Shopping. "Die Ansiedlung einer Abtreibungsstation zwischen Kino und Kaffeehaus bedeutet, dass die Tötung ungeborener Menschen zum Alltagsgeschäft geworden ist, diese Banalisierung wollen wir nicht akzeptieren", so Parzmair.
"Jugend für das Leben" sammelte bislang bereits rund 3.500 Unterschriften gegen das Zentrum. Die Unterzeichner erklärten laut Parzmair damit zugleich, nicht mehr in der "Lugner City" einkaufen zu wollen, "solange dort Abtreibungen durchgeführt werden". Julia Blaimschein von "Jugend für das Leben" zeigte sich über die große Zahl der Unterschriften erfreut. Das zeige, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger für die Aktion engagieren und ungeborene Kinder vielen ein Anliegen sind.
"Aktion Leben" kritisiert "kommerzielle Ausrichtung"
Wie die Generalsekretärin der "Aktion Leben", Karin Schmidtbauer, im Gespräch mit "Radio Stephansdom" betonte, bestehe das "größte Problem im Fehlen einer flächendeckenden Schwangerschaftsberatung in Österreich" sowie in der mangelnden Information der Bevölkerung. Weiters kritisierte Karin Schmidtbauer die "kommerzielle Ausrichtung" von Instituten, die Abtreibungen in ihrem Angebot haben. Dadurch seien diese Institute in der Lage, weitaus stärker als Non-Profit-Organisationen wie "Aktion Leben" ihre Angebote in die Öffentlichkeit zu tragen.
An der Demonstration nach der Pressekonferenz nahm auch der Salzburger Weihbischof Andreas Laun teil. Für ihn sei es unverständlich, "dass die Menschen nicht schon allein aus Selbsterhaltungstrieb heraus diesem Selbstmord des Landes Einhalt gebieten wollen", betonte der Bischof. Das Recht der Frauen, selbst zu entscheiden, ist für Laun "kein Selbstbestimmungsrecht, sondern ein Über-das-Kind-Bestimmungsrecht". In einem Rechtsstaat sei es unmöglich, über das Recht eines anderen Menschen zu bestimmen.
Familienverband: Trennung von Beratung und Abtreibung
"In der 'Lugner City' werden Kleider, die nicht passen, retourniert und neuerdings auch Kinder. Dieser makabren Mischung von Shopping und Abtreibung muss laut Gesetz nur eine ärztliche Beratung vorangehen, die auch der abtreibende und daran verdienende Arzt durchführen darf": Dies betonte am Donnerstag der Katholische Familienverband der Erzdiözese Wien (KFVW). Der durch die "Fristenregelung" erst ermöglichte Missstand rufe nach einer Gesetzesreparatur, die "jedenfalls die Trennung von beratendem und abtreibendem Arzt vorsieht", erklärte der KFVW-Vizevorsitzende Alfred Racek.
Racek erinnerte daran, dass die Geschäftsführerin des in der "Lugner City" eingemieteten "Sexualmedizinischen Zentrums" ganz unverblümt von Beratungsgespräch und medizinischer Untersuchung "quasi während des Shoppings" spreche. "Die offenkundige, aber gesetzeskonforme Beratungsfarce zwischen Modegeschäft und Pizzaecke kann nur durch eine Gesetzesreparatur beseitigt werden, die die personelle und räumliche Trennung von Beratung und Abtreibung vorschreibt", forderte Alfred Racek.