Homosexualität: Diözese gegen "Vereinfachungen"
Erklärung der Diözese Graz-Seckau zu umstrittenen Aussagen eines steirischen Pfarrers
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Graz, 16.04.2012 (KAP) Die Diözese Graz-Seckau hat am Montag die umstrittenen Äußerungen von Pfarrer Karl Tropper (Pfarre St. Veit am Vogau) zu Fragen der Homosexualität erneut als "schreckliche Vereinfachungen" zurückgewiesen. Pfarrer Tropper habe sich "bekanntlich zum Thema Islam vor einiger Zeit zu einer nicht hinzunehmenden generell abwertenden öffentlichen Äußerung hinreißen lassen und wurde auch seitens der Diözese zurechtgewiesen. Gleiches gilt jetzt auch betreffend seine Stellungnahmen zum Thema Homosexualität", heißt es in einer Erklärung. Gleichzeitig sieht die Diözese keinen hinreichenden Grund für eine Abberufung des Pfarrers.
Pfarrer Tropper habe durch eine Beilage zu seinem Pfarrblatt über das komplexe Thema Homosexualität "auf eine Weise Stellung genommen, die bei davon Betroffenen und weit über deren Kreis hinaus zu Kritik und auch zu Empörung geführt hat", wird in der Erklärung festgestellt.
In einem offenen Brief an den Bischof sei daraufhin die Abberufung des Pfarrers gefordert worden. Wörtlich erklärt die Diözese dazu: "Die Diözese lässt sich von Handlungsanweisungen solcher Art nicht in Pflicht nehmen, lehnt aber schreckliche Vereinfachungen, von woher sie auch kommen mögen, strikt ab."
Die Kirche stehe bezüglich dieses Themas "in der Spannung zwischen der gebotenen Nichtdiskriminierung homosexuell orientierter Menschen und der Bewertung von praktizierter Homosexualität". Es gehe "um die Spannung zwischen einer aus der Glaubenstradition resultierenden Bindung an ein Prinzip und dem einfühlsamen Umgang mit den konkreten Biografien homosexueller Menschen".
Die Diözese verweist zudem auf einen Kommentar des italienischen katholischen Philosophen und Politikers Rocco Buttiglione, in dem dieser den Umgang von Kardinal Christoph Schönborn mit dem Fall eines homosexuellen Pfarrgemeinderats in der niederösterreichischen Pfarre Stützenhofen gewürdigt hat (der Text des Kommentars ist u.a. auf der Homepage der Diözese nachzulesen).