Missbrauch: Meldungen an Ombudsstellen rückläufig
2011 verzeichneten die Ombudsstellen 366 Kontakte, davon waren 221 Verdachtsfälle von Missbrauch oder Gewalt im kirchlichen Bereich
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Wien, 17.04.2012 (KAP) Die Zahl der Meldungen von Fällen von Gewalt oder sexuellem Missbrauch ist bei den kirchlichen Ombudsstellen stark rückläufig. Insgesamt verzeichneten die Ombudsstellen im Vorjahr 366 Kontakte mit Betroffenen, wovon 221 derzeit als ernstzunehmende Verdachtsfälle zu qualifizieren sind. Das ist das Ergebnis einer Anfrage von "Kathpress" bei den Ombudsstellen aller österreichischen Diözesen. Rund 90 Prozent der Verdachtsfälle beziehen sich demnach auf Fälle von Gewalt und Missbrauch vor dem Jahr 1993.
Im Vergleich dazu gab es im Jahr 2010 insgesamt 1.201 Kontakte von Betroffenen mit den Ombudsstellen. Nach abklärenden Gesprächen mit den Betroffenen und der Berichtigung von Mehrfachnennungen verzeichneten die Stellen 2010 499 bestätigte Fälle von Missbrauch oder Gewalt im kirchlichen Bereich.
Die Ombudsstellen - sie arbeiten weisungsfrei und sind seit 31. Mai 2011 wieder Erstanlaufstelle für alle Meldungen - haben im Jahr 2011 von den 221 an sie herangetragenen Verdachtsfällen 150 an die "Unabhängige Opferschutzanwaltschaft" (Klasnic-Kommission) zur Behandlung weitergeleitet. Bei 7 Fällen, das sind 3,2 Prozent aller Verdachtsfälle, sei nach Einschätzung der Ombudsstellen eine strafrechtliche Relevanz gegeben gewesen. Um sicher zu gehen, habe es jedoch in 13 Fällen eine Anzeige bei den staatlichen Behörden gegeben, berichtete der Wiener Ombudsstellenleiter, Prof. Johannes Wancata, in der Analyse der Zahlen gegenüber "Kathpress".