Elternteilzeit: Familienverband gegen Frauenministerin
Heinisch-Hosek-Vorschlag, Rechtsanspruch auf Elternteilzeit von sieben auf vier Jahre zu verkürzen, für Familienverband "kontraproduktiv"
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Wien, 03.05.2012 (KAP) Wenig Freude mit dem Vorschlag von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, den Rechtsanspruch auf Elternteilzeit von sieben auf vier Jahre zu verkürzen, hat der Katholische Familienverband Österreich (KFÖ). KFÖ-Vizepräsidentin Irene Kernthaler-Moser bezeichnete den Vorschlag am Donnerstag in einer Aussendung als "kontraproduktiv". Die Frauenministerin hatte sich dazu am Mittwoch in einem Interview mit der Tageszeitung "Der Standard" geäußert.
Das Recht auf Elternteilzeit wurde mit 1. Juli 2004 eingeführt und ermöglicht den Eltern, unter bestimmten Bedingungen bis zum 7. Lebensjahr des Kindes Teilzeit zu arbeiten. "Wenn wir nach acht Jahren eine Bilanz ziehen wollen, darf es nicht nur darum gehen, den Rechtsanspruch zu verkürzen", sondern "stets das Kindeswohl im Auge zu behalten", betonte die KFÖ-Vizepräsidentin.
Der gesetzliche Anspruch auf Elternteilzeit sei eine wichtige Maßnahme zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Er ermögliche eine raschere Rückkehr von Müttern an den Arbeitsplatz und gebe Vätern die Chance, eine intensive Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen, so Kernthaler-Moser. Sie plädierte beim Thema Vereinbarkeit für absolute Wahlfreiheit und sprach sich gegen eine "Bevormundung" der Eltern aus: "Eltern wissen wohl am besten, was ihre Kinder brauchen."
Kombiniert mit Kinderbetreuungseinrichtungen könnten Mütter - "wenn sie das wollen" - früher an ihrem Arbeitsplatz zurückkehren und Väter hätten die Möglichkeit, "sich die Kinderbetreuung partnerschaftlich zu teilen" und die kindliche Entwicklung besser mitzuerleben, so Kernthaler-Moser. Eine partnerschaftlich orientierte Kinderbetreuung, die dem Kindeswohl dient und Frauen entlastet, müsse auch im Sinne der Frauenministerin sein.
Auch die Wirtschaft müsse hier Mitverantwortung übernehmen und dürfe Eltern nicht diskriminieren, betonte die Vizepräsidentin. Unternehmen seien gefordert, gemeinsam mit den Eltern faire Lösungen zu entwickeln und auf die jeweiligen Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen.