EZA: Bischöfe für mehr Transparenz bei Investitionen
Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz fordert EU-Regeln, "damit Entwicklung und nicht Korruption gefördert wird" - Bischof Ludwig Schwarz: Ressourcenreichtum soll kein Fluch mehr sein, sondern "Segen werden"
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Wien, 07.05.2012 (KAP) Bischöfe aus allen Erdteilen machen derzeit mobil für neue Transparenzregeln für Unternehmen, die in Entwicklungsländern investieren. Auch die österreichischen Bischöfe unterstützen diese Forderung, die auf neue Regeln auf EU-Ebene drängt.
So betonte der in der Bischofskonferenz für Entwicklung zuständige Bischof Ludwig Schwarz am Montag in einer Presseaussendung, dass es das Ziel der Initiative sei, den Reichtum vieler Entwicklungsländer in Afrika, Lateinamerika und Asien zu bewahren und "die Erlöse daraus den Menschen in diesen Ländern zur Verfügung zu stellen". Nur durch strenge Regeln, die Unternehmen zu einer Offenlegung ihres jeweiligen länder- und projektspezifischen Engagements zwingen, sei es möglich, dass der "Reichtum dieser Länder ihnen vom Fluch zum Segen wird", so Schwarz.
Konkret sei die EU herausgefordert, durch strengere Regeln diese Transparenz zu gewährleisten, da die Profite multinationaler Unternehmen "meist in den Norden fließen", erläuterte dazu der Geschäftsführer der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission (KOO), Heinz Hödl. "Regierungen und Unternehmen müssen transparenter arbeiten, damit Entwicklung und nicht Korruption gefördert wird", so Hödl.
Ein Beispiel für auch durch mangelnde Transparenz verursachte Ausbeutungsverhältnisse sei etwa die Gewinnung von Coltan, einem für die Handy-Produktion wichtigen Erz. Der Abbau der hauptsächlich in Zentralafrika vorkommenden Vorräte gehe laut Hödl vielfach mit Konflikten und auch Gewalt gegen die einheimische Bevölkerung einher. Milizen würden die Arbeit für die großen Konzerne verrichten, außerdem gebe es Zwangs- und Kinderarbeit, Morde und Massenvergewaltigungen, so der KOO-Geschäftsführer.
Selbst kleinste Projekte und Investitionen von Unternehmen könnten mitunter massive Auswirkungen auf die Gemeinden und Bevölkerung vor Ort haben. Daher sei es wichtig, dass die geforderten Transparenzregeln sämtliche Investitionen und Projekte erfassen, mahnte die KOO.
Weitere Infos: www.koo.at