Kapellari: Kirche ist Großmacht der Barmherzigkeit
Rom, 6.2.07 (KAP) Als "Großmacht der Barmherzigkeit" hat der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari die katholische Kirche bezeichnet. Der stellvertretende Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz und "Medienbischof" feierte mit österreichischen Journalisten und einer Delegation von rund 50 diözesanen Pfarrgemeinderats-Verantwortlichen aus ganz Österreich unter Leitung von Bischof Alois Schwarz am Dienstagmorgen am Petrusgrab in Rom einen Gottesdienst. Kapellari erinnerte in seiner Predigt daran, dass das Papsttum im Auf und Ab der Welt- und Kirchengeschichte zwar vielen Krisen ausgesetzt war, aber vor allem auch "ungemein viele Blüten und kostbare Früchte hervorgebracht hat"; dies besonders auch im 20. Jahrhundert und bis heute.
Der Bischof verwies auf das Wort Jesu an Petrus: "Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht wanke. Und du, wenn du dich bekehrt hast, stärke deine Brüder". Dieses Wort sei von bleibender Aktualität im Leben der Kirche, "denn immer wieder ist inmitten und nach aller Blüte kirchlichen Lebens irgendwo Krise angesagt", so der Bischof.
Kapellari gedachte in besonderer Weise auch all jener Christen, "die um ihres Glaubens willen verfolgt, ja getötet werden". In paradoxer Weise erweise sich ihr Leiden und Sterben als fruchtbar. Der Bischof verwies auf das Leiden des Petrus, das Leiden des Paulus und auch das Leiden des japanischen Jesuiten Paul Miki und seiner Gefährten in Nagasaki, die im Jahr 1697 bei einer großen Christenverfolgung gekreuzigt wurden und derer die Kirche am 6. Februar gedenkt.
All das sei aber nicht bloß Vergangenheit, sondern auch Gegenwart, gab der Bischof zu bedenken und verwies u.a. auf den Sudan und China. Kapellari: "Jederzeit ist die katholische Weltkirche vielerorts stark und anderswo schwach, weil bedrängt von außen oder erschlafft im Inneren." Die Situation in den deutschsprachigen Ländern sei gut bekannt, vor allem was die Anzeichen von Schwäche betrifft, die in vielfältiger Weise mit den Schwächen der gesamten Gesellschaft zusammen hängen. Angesichts augenfälliger Schwächen würden aber die Stärken der Kirche leicht übersehen und verdienten jedenfalls auch viel publizistische Aufmerksamkeit.
Kapellari: "Zusammen mit der ganzen Christenheit ist die katholische Weltkirche ja jedenfalls, wie ich schon oft gesagt habe, eine Großmacht der Barmherzigkeit. Dies gilt auch bezogen auf die Zivilgesellschaft in Österreich und Deutschland." Angesichts dieser Tatsache würden sich die bekannten strukturellen innerkirchlichen Probleme auf erhebliche Weise relativieren, so der Bischof, "obwohl sie nicht verdrängt werden dürfen".
Bischof Schwarz würdigt Pfarrgemeinderäte
Der Kärntner Diözesanbischofs Alois Schwarz - er ist in der Österreichischen Bischofskonferenz für pastorale Fragen zuständig - hob bei einem Gottesdienst am Monatgabend in der deutschen Nationalkirche Santa Maria dell'Anima die Bedeutung der Pfarrgemeinderäte für die Kirche hervor. Die Kirche brauche Menschen, "die auskunftsbereit über ihren Glauben und vom Geist Gottes erfüllt sind".
Wer sich Gott zuwende, so Bischof Schwarz, der gehe nicht von den Menschen weg, sondern zu den Menschen hin. "Die Kirche braucht mit den Pfarrgemeinderäten Frauen und Männer, an denen man sich festhalten kann, weil sie auf Gott vertrauen", so Schwarz, der in der Bischofskonferenz für pastorale Belange und damit für die Pfarregemeinderäte zuständig ist.
Höhepunkt der Romreise der österreichischen PGR-Verantwortlichen wird am Mittwoch, 7. Februar, die päpstliche Generalaudienz sein. Dabei werden dem Papst mit Blick auf die Pfarrgemeinderatswahlen am 18. März die so genannten "Apostelgeschichten der Gegenwart" überreicht.
Diese "Apostelgeschichten" wurden auf Anregung der österreichischen Bischöfe in fast 700 der mehr als 3.000 österreichis