Küng: Glaube und Gehorsam gehören zusammen
In einem Brief zum "Jahr des Glaubens" an Priester und Diakone warnt St. Pöltener Bischof auch "Pfarrerinitiative" vor schweren Regelverstößen
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St. Pölten, 23.05.12 (KAP/Katholisch.at) Wahrer Glaube führt zu Werken der Umkehr und der Bemühung um eine Änderung des Lebens - deswegen solle im von Papst Benedikt XVI. ausgerufene "Jahr des Glaubens" auch die persönlichen Beichte gefördert werden. Das hat der St. Pöltener Bischof Klaus Küng in einem Brief zum "Jahr des Glaubens" an die Priester und Diakone der Diözese St. Pölten betont. Das Jahr wird mit einer feierlichen Vesper am 7. Oktober im Dom von St. Pölten eröffnet. In seinem Brief wies Küng weiters darauf hin, dass Glaube und Gehorsam "nahe beieinander liegen" und warnte vor einer Haltung des Ungehorsams.
Konkret erinnerte Küng mit Blick auf die "Pfarrerinitiative" an das Wort des Apostolischen Nuntius, Peter Stephan Zurbriggen: "Auf Ungehorsam liegt kein Segen." Er könne nicht verbergen, dass "für mich die 'Pfarrerinitiative' eine Sorge darstellt", erklärte der St. Pöltener Bischof. Manche Anliegen der Initiative könne er zwar "durchaus verstehen", doch "zu erkennen, welches genau die richtigen Lösungsansätze sind", sei nicht einfach.
"Aber Ungehorsam als Prinzip, auch Ungehorsam als eine Art Provokation zur Erzwingung bestimmter Entscheidungen, kann auf Dauer nicht gut gehen, auch nicht die fortwährende Ablehnung bestimmter weltkirchlicher oder diözesaner Bestimmungen, selbst dann, wenn diese nicht allesamt Glaubenswahrheiten sind, die nicht verändert werden können", betonte der Bischof im Brief und warnte damit vor konkreten, schweren Regelverstößen: "Ich hoffe sehr, dass ich nicht genötigt sein werde, gegen Mitbrüder vorzugehen, die in ihren Haltungen beharren. Das würde mir sehr leid tun."
"Jahr des Glaubens": Osternacht als Höhepunkt
"Wir wollen eine Anstrengung unternehmen, um unser Leben mit dem apostolischen Glaubensbekenntnis in Einklang zu bringen", betonte Küng zum "Jahr des Glaubens" in seinem Brief. Höhepunkt des Jahres solle eine "möglichst bewusste" Erneuerung des Taufversprechens in der Osternacht 2013 sein.
In St. Pölten wird im "Jahr des Glaubens" an jedem dritten Freitag im Monat eine Katechese über die zwölf Glaubensartikel in der Franziskanerkirche stattfinden. Bischof Küng hält die erste und die letzte Katechese selbst. Auch in anderen Regionen der Diözese sollten ähnliche Angebote entwickelt werden. Es solle "mindestens eine Katechese" der Eucharistie gewidmet werden, damit bewusst werde, "welchen Schatz die Eucharistie für uns bedeutet" und was mit aktiver Teilnahme daran gemeint sei. Auch sollten dabei die "Voraussetzungen für einen fruchtbaren Kommunionempfang" und die vom Papst jüngst entschiedene Neuübersetzung der Wandlungsworte zur Sprache kommen.
Bußandachten kein Ersatz für Beichte
In seinem Brief wies der St. Pöltener Bischof weiters darauf hin, dass mit Bußandachten keine Generalabsolutionen erteilt würden. Bußandachten seien hilfreich, wenn sie auf den persönlichen, individuellen Empfang des Bußsakramentes vorbereiteten - sie trugen jedoch zur Verflachung bei, "wenn sie eine Flucht in die Anonymität eines Kollektivs darstellen oder die Umgehung eines persönlichen Bekenntnisses im Blick haben".
Im Zusammenhang mit den "unvermeidlichen Veränderungen" der Pfarrstrukturen in den kommenden Jahren ist es dem Bischof wichtig, dass das Verständnis der Eucharistie "nicht schwindet, sondern wächst". So sollten Orte der sonntäglichen Eucharistiefeiern so gewählt werden, dass möglichst viele Gläubige teilnehmen könnten. Gleichzeitig seien aber auch die Menschen aufgefordert, im Bedarfsfall längere Wegstrecken auf sich zu nehmen.
Bischof Küng unterstrich die Bedeutung der Wortgottesfeiern und erinnerte an geltende Regelungen, wonach diese nicht gleichzeitig mit Eucharistiefeiern in den Nachbargemeinden stattfinden sollten. Auch solle "in Wortgottesfeiern keine hl. Kommunion gespendet werden". In der gegenwärtigen Situation hätten die "Vorbeter" eine wichtige Aufgabe um das religiöse Leben in den Gemeinden zu pflegen, betonte der Bischof, der an den Wert der eucharistischen Anbetung erinnerte.
Abschließend appellierte Küng dazu, sich mit den Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils und den nachkonziliaren Dokumenten wie z. B. "Evangelii nuntiandi", "Christifideles laici" oder "Novo Millennio ineunte" neuerlich zu befassen. Es gehe darum "mit Gottes Hilfe und einer großen, gemeinsamen Anstrengung eine Grundlage zustande zu bringen, die für die Zukunft eine positive Entwicklung ermöglicht", erklärte der Bischof und rief dazu auf, auch den Katechismus und den "YOUCAT" zu benützen.