Lebenskunst
30.8. | 07:05 | Ö1
LEBENSKUNST – Begegnungen am Sonntagmorgen, 30. August 2026, 7:05 – 8:00, Ö1
Was glauben Sie? – Prior Bruder Thomas Hessler im Gespräch
Er ist wohl einer der ungewöhnlichsten Benediktiner in Österreich: Thomas Hessler, der Prior des Europaklosters Gut Aich. Der vielfältig begabte Sohn eines Automechanikers aus der Buckligen Welt erzählt von seiner keineswegs geradlinigen Berufungsgeschichte, die ihn von der Musik und Bildenden Kunst bis zu einem Leben im Kloster geführt hat. Thomas Hessler verkörpert eine neue Generation von Mönchen, die sich nicht ins Kloster zurückzieht, sondern eine weltzugewandte Spiritualität vertritt, die vielfältig gesellschaftlich wirksam sein will. In seiner im Herder Verlag erschienenen Autobiografie „Mein Rückzug in die Welt“ verbindet er spirituelle Impulse mit persönlicher Lebensreflexion. Glaube und Zweifel, die Rolle lebendiger Beziehungen und die Verantwortung für eine zeitgemäße Gemeinschaft, die sich den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts stellt, werden in einer überraschend ehrlichen Weise thematisiert. Johannes Kaup hat Prior Thomas Hessler zu einem Gespräch gebeten.
Echos der Dankbarkeit – Stimmen zum 100. Geburtstag von David Steindl-Rast
Am 12. Juli hat der 1926 in Wien geborene Benediktinermönch David Steindl-Rast seinen 100. Geburtstag gefeiert. Der weithin geachtete spirituelle Lehrer, der seit einigen Jahren im Kloster Gut Aich bei St. Gilgen lebt, wurde durch seine Spiritualität der Dankbarkeit weltweit bekannt. Zwei Tage zuvor, am 10. und 11. Juli, hat unter dem Titel „Geheimnis des Lebens“ im Benediktinerstift Kremsmünster ein Kolloquium zu Ehren von David Steindl-Rast stattgefunden. Am Rande dieses Symposions hat Johannes Kaup einige Stimmen der Erinnerung und Würdigung des spirituellen Lehrers eingeholt.
Stärke aus der Erfahrung der Schwäche – Aspekte der Bibel
Jeremia 20, 7-9
Dass es der Prophet Jeremia nicht leicht gehabt hat, die Botschaft des Gottes der Bibel zu verkünden, wird im nach ihm benannten Buch aus dem Alten oder auch Ersten Testament klar. Heißt es dort doch: „Ein jeder verhöhnt mich“. Jeremia will aufgeben und nicht mehr an Gott denken, doch er kann einfach nicht anders. Die katholische Theologin und Germanistin an der Universität Kassel, Mirja Kutzer, vergleicht das mit einem Liebenden, der einfach nicht anders kann, als den einen Menschen zu lieben. Jeremia selbst sieht dies als Schwäche, aus deren Erfahrung, so meint Mirja Kutzer, Stärke erwachsen kann. Die entsprechende Textstelle steht heuer am letzten Sonntag im August in katholischen Gottesdiensten auf dem Programm.
Moderation: Johannes Kaup
