
Demo: Hunderttausende Spanier gegen Abtreibungsgesetz
Bisher waren Schwangerschaftsabbrüche in Spanien grundsätzlich verboten. Die seit 1985 geltende Regelung sah nur drei Ausnahmefälle vor
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Madrid, 07.03.2010 (KAP) Hunderttausende Menschen haben am Sonntag in der spanischen Hauptstadt Madrid gegen das neue Abtreibungsgesetz demonstriert. Nach ersten Angaben der Veranstalter nahmen knapp 600.000 Personen an dem Protestzug teil, zu dem rund 270 verschiedene Organisationen aufgerufen hatten. Unter dem Motto "Spanien, Ja zum Leben. In einer Demokratie hört man dem Volk zu" forderten die Demonstranten die sofortige Rücknahme des Gesetzes.
Das Gesetz wurde Ende Februar von der zweiten Parlamentskammer, dem Senat, beschlossen und soll zum 5. Juli in Kraft treten. Künftig sind demnach Schwangerschaftsabbrüche bis zur 14. Woche und in Ausnahmefällen bis zur 22. Woche straffrei. Auch Minderjährige ab 16 Jahren sollen ohne Zustimmung der Eltern über eine Abtreibung entscheiden dürfen.
Bisher waren Schwangerschaftsabbrüche in Spanien grundsätzlich verboten. Die seit 1985 geltende Regelung sah nur drei Ausnahmefälle vor: Vergewaltigung, Missbildung des Fötus sowie eine Gefährdung der physischen oder psychischen Gesundheit der werdenden Mutter. Gewöhnlich war die Bescheinigung eines Ausnahmefalls in den vergangenen Jahren gang und gäbe.
Auch die katholische Kirche plant eine Reihe von Protestaktionen. So soll am 25. März, dem "Tag des ungeborenen Lebens", eine landesweite Kampagne gegen das neue Abtreibungsgesetz gestartet werden. Der Generalsekretär der Spanischen Bischofskonferenz, Weihbischof Juan Antonio Martinez Camino, nannte die neuen Vorschriften eine "Lizenz zum Töten von Kindern".