Trau' dich - tritt ein!
Gehören auch Sie zu den Menschen, die durch die Aufdeckung der erschütternden Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche im vergangenen Jahr zutiefst verunsichert wurden und daraufhin einen Austritt erwägen - oder gar bereits vollzogen haben? Persönliche Enttäuschungen, oftmals bedingt durch das Verhalten einzelner Vertreter der Kirche, vielleicht auch der Verlust des Glaubens - die Gründe für einen Austritt können vielfältig sein. Für 87.000 Menschen genügten sie im Vorjahr für einen Austritt (» Statistik 2010)
Doch es gibt auch gute Gründe, weiterhin in der Kirche zu bleiben, oder um einzutreten. Mit Blick auf Jesus Christus und das Evangelium will die Kirche ganz nahe bei den Menschen, ihren Sorgen und den großen Fragen nach dem Sinn des Lebens sein. Die Leistungen der Kirche für die Gesellschaft sind reichhaltig, sie ist nicht nur - rein ökonomisch betrachtet - einer der größten Arbeitgeber, Bildungs- und Kulturträger im Land. Sie bildet durch ihre zahlreichen motivierten Mitarbeiter in den Pfarrgemeinden vor allem auch ein dichtes, tragendes Netz der Solidarität im Land und ist ein Markstein in ethischen und spirituellen Fragen. (» Gute Gründe...?!)
Die österreichischen Bischöfe sprechen angesichts der Missbrauchskrise, die zugleich eine tiefe Vertrauenskrise zur Folge hatte, erneut die Einladung an alle Christen aus, einen Neuanfang zu wagen und in einen Dialog mit der Kirche zu treten. (» Ansprechpartner)
Der Kirche eine Chance geben
Christinnen und Christen sollen versuchen, nach dem Evangelium zu leben und zurecht herrscht Entsetzen und Enttäuschung besonders dann, wenn einzelne Amtsträger der Kirche schwerwiegend gegen die eigenen moralischen Ansprüche verstoßen. Die Kirche ist und bleibt aber auch eine Gemeinschaft von Menschen: von Frauen und Männern, die Fehler machen und sündigen.
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Kardinal Christoph Schönborn zum Wandel im Verständnis der Kirchenzugehörigkeit |
Entschieden setzt die katholische Kirche in Österreich alles daran, die Fehler und Vergehen, die durch Missbrauch und Gewalt entstanden sind, aufzuklären und den Opfern eine entsprechende Wiedergutmachung zukommen zu lassen (» www.ombudsstellen.at). Die Täter und Täterinnen werden zur Verantwortung gezogen, die Opfer nach Kräften entschädigt. Die Kirche kann an dieser Stelle nur um Vergebung bitten und darauf hoffen, dass ihr die einzelnen Christinnen und Christen im Sinne Jesu Christi noch eine Chance geben. So kann der Blick wieder frei werden, gemeinsam Gott zu suchen und das viele Gute zu sehen, das ebenfalls von den Menschen dieser Kirche gelebt und geleistet wird. Gemeinsam ist ein Neuanfang möglich.













