Caritas erstattet Anzeige gegen Hassbotschaft
Die Caritas setzt sich mit einer Anzeige gegen eine Hassbotschaft mit Holocaust-Bezügen zur Wehr. Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner postete am Donnerstag auf seinem Facebook-Account das Foto eines Zettels mit der Aufschrift "Caritas ins Gas", der am selben Tag von einer unbekannten Person auf einen Kleidercontainer vor dem Caritas-Büro in Wien-Ottakring geklebt worden sei. Auf dem Blatt sind auch zwei Fahndungsfotos des 17-jährigen Saber A., der des Mordes an seiner 16-jährigen Freundin verdächtigt wird, samt der handgeschriebenen Aufschrift "Mörder".
Die am Wochenende in Steyr (OÖ.) begangene Bluttat werde - der inzwischen verhaftete Verdächtige stammt aus Afghanistan und lebt als subsidiär schutzberechtigter Flüchtling in Österreich - "politisch instrumentalisiert", kritisierte Schwertner via Facebook. Derzeit sei ein gesellschaftlicher Klimawandel erlebbar. "Es sind die ersten Auswüchse einer menschenverachtenden Sprache und Symbolpolitik, die Hass und Neid schürt", so der Caritas-Vertreter. Seine Warnung:
Zuerst sind es Worte, aber auch Worte sind Taten und werden rasch zu Taten.
Gleichzeitig kündigte Schwertner namens der Caritas Beharrlichkeit an: "Wir werden uns nicht einschüchtern lassen! Wir werden Anzeige erstatten und uns weiter für alle Menschen einsetzen, die Hilfe brauchen - unabhängig von Religion, Herkunft oder sexueller Orientierung." Und er schloss mit dem Caritas-Slogan "Liebe>Hass".
Der Aufforderung Schwertners, mit einem "Like" unter seine Mitteilung gleichzeitig "Nein zu Rassismus, Hass und Gewalt" zu sagen, folgten bisher (Stand Freitag 12 Uhr) 620 Personen.
Sich-Wehren gegen Hass und Fake News
Klaus Schwertner wurde vergangene Woche von der Wiener Stadtzeitung "Falter" zum "Hero der Woche" gekürt, weil er konsequent dagegen auftrete, dass "die Rechten" die sozialen Medien beherrschten und sich die aufgeklärten Kräfte zurückzögen. Als Beispiel dafür nannte das Blatt die #flowerrain-Aktion Schwertners. Dieser habe damit einen "Lovestorm" für das zuvor einem Shitstorm ausgesetzten muslimischen Wiener Neujahrsbaby 2018 ausgelöst.
Die Caritas nimmt seit geraumer Zeit Hassbotschaften und bewusst lancierte Fake News nicht einfach hin: Heuer erging nach einer Anzeige bereits ein Schuldspruch gegen Internet-User, der die immer wieder verbreitete "Handy-Lüge" verbreitete, nämlich die Falschbehauptung, die Caritas verschenke neue Handys an Flüchtlinge. Statt einer Gegendarstellung wurde dem Verurteilten ein Tag in einer Flüchtlingseinrichtung der Caritas als freiwilliger Helfer auferlegt. "Wir glauben, dass Vorurteile am besten durch Begegnung abgebaut werden können", sagte Schwertner damals. Es sei aber auch die Politik gefordert, stärker gegen Hass im Netz aufzutreten.
Quelle: kathpress