
Passionskonzert mit sozialem Hintergedanken
Die Stiftsmusik St. Peter lädt am Samstag, 13. April, um 15 Uhr, zu einem Konzert mit "sozialem Hintergedanken" in die Pfarrkirche Salzburg-St. Andrä: Als Eintrittskarte dient bei der Aufführung von Johann Sebastian Bachs "Johannespassion" ein Exemplar der Straßenzeitung "Apropos", die in Salzburg von obdachlosen oder langzeitarbeitslosen Menschen verkauft wird. Das traditionelle Benefiz-Passionskonzert der Stiftsmusik St. Peter, die seit dem 16. Jahrhundert besteht, findet jährlich am Samstag vor dem Palmsonntag statt und ist einem guten Zweck gewidmet. Das Konzert kommt durch eine Kooperation mit dem Referat für Stadtpastoral der Erzdiözese Salzburg zustande.
Ausführende sind die Sopranistin Aleksandra Zamojska, Andreas Pehl (Altus), Christian Havel (Tenor), Christoph Seidl als Jesus (Bass), Felix Mischitz (Bass), sowie das Barockorchester der Stiftsmusik St. Peter, die Stiftskantorei St. Peter und Günther Firlingel an der Orgel. Stiftskapellmeister Peter Peinstingl hat als Dirigent die Gesamtleitung inne.
Die im Zuge des Benefiz-Passionskonzert aufgeführte "Johannespassion" gilt als die früheste von vier heute bekannten Passionsvertonungen Bachs. Sie entstand 1723 als Antrittsarbeit für Bachs neue Stelle als Kantor der Leipziger Thomaskirche. Die Uraufführung fand am Karfreitag 1724 in der Nikolaikirche Leipzig statt. "Das Werk steht in der Tradition ,oratorischer' Passionen, die seit dem 17. Jahrhundert weit verbreitet waren", erklärte Stiftskapellmeister Peter Peinstingl dazu in einer aktuellen Aussendung der Erzdiözese Salzburg.
"Bei Bach nehmen Arien einen breiten Raum ein, den Instrumentalstellen wird größere Bedeutung beigemessen", so Peinstingl zum Werk Bachs, der den Text selbst zusammengestellt und dabei das Johannesevangelium durch Verse aus dem Mattäusevangelium ergänzt hat.
Lange Musiktradition der Erzabtei St. Peter
In der Erzabtei St. Peter wird bereits seit Jahrhunderten eine Musiktradition gepflegt, die sich seit dem 16. Jahrhundert nachweisen lässt. Zu Beginn soll sich die Kantorei vorwiegend aus Schülern der Lateinschule des Klosters zusammengesetzt haben. Abt Amand Pachler (1657-73) ordnete die musikalischen Funktionen neu, sodass ab dieser Zeit ein Kantor, ein Organist, ein Praebendist (meist ein Sänger, der beim Choralsingen mitwirken musste) und 15 bis 20 Instrumentalisten bzw. Sänger angestellt waren.
Während der Zeit des Cäcilianismus (Anmk.: kirchenmusikalische Restaurationsbewegung des 19. Jahrhunderts) garantierte St. Peter den Fortbestand der figuralen (mehrstimmigen) Kirchenmusik in Salzburg und eine beständige Aufführungspraxis. 1927 wurde die Stiftsmusik als Institution abgeschafft und unter Erzabt Franz Bachler (1958-1997) mit Armin Kircher in der heutigen Form 1995 wiederbegründet. Seit 2016 leitet Peter Peinstingl die Stiftsmusik St. Peter.
Salzburgs Straßenzeitung
Die Straßenzeitung "Apropos" wurde 1997 als soziales Zeitungsprojekt gegründet. Obdachlose, wohnungslose oder langzeitarbeitslose Männer und Frauen verkaufen die Straßenzeitung, die Großteils von professionellen Journalisten, aber auch von Menschen in schwierigen sozialen Situationen gemacht wird.
Quelle: kathpress