
Stift Lilienfeld: Abt Nimmervoll tritt zurück
Der Lilienfelder Abt Matthäus Nimmervoll tritt zurück. Das hat das niederösterreichische Stift auf seiner Website bekannt gegeben. Der Abt habe schon vor längerer Zeit beschlossen, "wegen seines Schlaganfalles vom August 2018 und seines dadurch bedingten Krankenstandes" zurückzutreten. Mit dem Abtpräses der österreichischen Zisterzienserkongregation, Maximilian Heim, sei vereinbart worden, dass der Rücktritt mit 15. Mai 2019 in Kraft tritt. Am 16. Mai werden die Patres des Stiftes Lilienfeld demnach zusammenkommen, um einen Nachfolger für Abt Nimmervoll zu wählen.
Nimmervoll hatte am 3. August 2018 einen Schlaganfall erlitten, gefolgt von einem längeren Krankenhausaufenthalt. Er kann auf eine gut 25-jährige Amtszeit zurückblicken. Sein "Silbernes Amtsjubiläum" im vergangenen Dezember wurde aufgrund der Krankheit nur im kleinen Kreis gefeiert. Am 12. Dezember 1993 war Nimmervoll vom damaligen Zisterzienser-Generalabt Polykarp Zakar aus Rom in der Stiftsbasilika Lilienfeld zum 65. Abt des Klosters geweiht worden.
Abt Nimmervoll wurde am 16. Juni 1950 in St. Veit an der Gölsen (Bezirk Lilienfeld) geboren und erhielt 1974 die Priesterweihe. Er studierte neben Theologie auch Kirchenmusik und betätigte sich lange Zeit als Stiftsorganist.
Wechselvolle Geschichte
Das Stift Lilienfeld wurde im Jahr 1202 von Babenberger-Herzog Leopold VI. "zur Ehre Gottes und zur Ehre der heiligen und glorreichen Gottesgebärerin Maria" gestiftet. Mönche aus dem Zisterzienserkloster Heiligenkreuz besiedelten die Neugründung. Im 17. und 18. Jahrhundert entstanden mehrere barocke Zubauten zum mittelalterlichen Klosterkomplex. Kaiser Josef II. hob 1789 das Stift Lilienfeld auf. Doch bereits 1790 wurde die Abtei durch Kaiser Leopold II. wiedererrichtet.
Während der nationalsozialistischen Herrschaft mussten die Patres ihren Wohntrakt verlassen und der NSDAP zur Verfügung stellen. In den letzten Kriegstagen von 1945 erlitt das Stift schwere Schäden. 1976 verlieh Papst Paul VI. der Stiftskirche Lilienfeld den Titel einer Basilika minor. Herzog Leopold VI. ist in der Stiftsbasilika Lilienfeld bestattet.
Heute ist die Pfarrseelsorge einer der wichtigsten Aufgabenbereiche für die Patres. Der Großteil der rund 20 Mönche lebt nicht im Kloster, sondern in einer dem Stift inkorporierten Pfarren. Zum Stift Lilienfeld gehören Pfarren in der Diözese St. Pölten (Annaberg, Eschenau, Josefsberg, Kaumberg, Lehenrotte, Lilienfeld, Loiwein, Mitterbach, Obermeisling, Ramsau, Stratzing, Traisen, Türnitz, Wilhelmsburg), in der Erzdiözese Wien (Radlbrunn, Retzbach, Unterdürnbach, Unterretzbach) und in der Diözese Eisenstadt (Klostermarienberg).
Das Stift Lilienfeld beschäftigt rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Pflege des religiösen, kulturellen und wirtschaftlichen Erbes. Zum Stift gehört ein ausgedehnter Forstbesitz , dessen Erträge zur Erhaltung der Stiftsgebäude und der zahlreichen Kirchen und Pfarrhöfe auf den Stiftspfarren sowie zur Entlohnung der Mitarbeiter verwendet werden.
Quelle: Kathpress