
Gabriele Neuwirth bleibt Vorsitzende der katholischen Publizisten
Gabriele Neuwirth bleibt Vorsitzende des Verbandes katholischer Publizistinnen und Publizisten Österreichs. Bei der Generalversammlung des Verbandes am Mittwochabend im Wiener "Club Stephansplatz 4" bestätigte die Vorstandswahl die gebürtige Steirerin mit überwältigender Mehrheit für drei weitere Jahre in dieser Funktion. Als ihre Stellvertreter wurden Eva Maria Kaiser, Redakteurin beim ORF-TV-Magazin "Report", und Heinz Niederleitner, Leiter der Kooperationsredaktion österreichischer Kirchenzeitungen, gekürt.
Neuwirth, vormalige Redakteurin bei der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag", davor bei "täglich alles" und "präsent", ist seit 2005 die erste Frau an der Spitze des Verbandes katholischer Publizistinnen und Publizisten. Als sie sich erstmals um den Vorsitz bewarb, habe sie einen Beitrag leisten wollen, Journalisten in schwierigen Zeiten den Rücken zu stärken. Inzwischen seien "die Verhältnisse viel schlechter geworden", nahm Neuwirth vor ihren Verbandskollegen Bezug auf sich häufende Attacken von FPÖ-Seiten gegen die Pressefreiheit. Es gebe "sprachliche Ungeheuerlichkeiten" und einen Gewöhnungseffekt angesichts von "lebens- und demokratiefeindlichen Äußerungen", so die katholische Publizistin.
Sorge mache aber auch ein "Angstbazillus", von dem Medienleute zunehmend erfasst seien. Neuwirth zitierte Kurier-Herausgeber Helmut Brandstätter, der bei der kürzlichen Verleihung des Ari-Rath-Ehrenpreises sagte:
Wenn wir beim Schreiben, beim Berichten und Analysieren auch nur einen Gedanken an mögliche negative Auswirkungen unserer Arbeit zulassen, sind wir schon am Anfang vom Ende der Pressefreiheit.
Gerade christlich geprägte Journalisten könnten angesichts solcher Entwicklungen nicht so tun, als gehe sie dies alles nichts an, betonte die Verbandsvorsitzende.
Ambivalenz der Digitalisierung
Der Wiener Theologe und Medizinethiker Matthias Beck, Nachfolger des 2018 überraschend verstorbenen Franziskanerpaters Gottfried Wegleitner als Geistlicher Assistent des Katholischen Publizistenverbandes, widmete sich in einem Kurzvortrag der Ambivalenz der gegenwärtigen Digitalisierung und Entwicklung künstlicher Intelligenz. Es sei im Sinne von Transparenz durchaus positiv zu sehen, wenn z.B. durch das rasche Bekanntwerden von Genmanipulationen ein weltweiter Aufschrei im Internet erfolge und geographische Distanzen per Mausklick leicht überwindbar sind. Kehrseiten sind für Beck freilich enorme Kontrollmöglichkeiten, die totalitäre Regime wie China mit seinen Systemen der Gesichtserkennung oder aber profitorientierte Unternehmen auf Kundenfang anwendeten. Und es bestehe die reale Gefahr, dass sich Computer verselbstständigen, warnte der Ethiker.
Beck kündigte das Buchprojekt einer "Ontologie der Digitalisierung" an, die grundlegende kritische Anfragen an diese Phänomene stellen solle - etwa: Welche Auswirkungen hat es, wenn die von vielfältigen Emotionen begleiteten ausgesprochenen Worte eines Menschen in digitalisierten Zahlenreihen wiedergegeben werden? Die biblische Schöpfungsgeschichte zeige, dass es zur Katastrophe führt, wenn sich der Mensch als Geschöpf Gottes von diesem abwendet. Dasselbe drohe, wenn sich Computer von ihrem Schöpfer Mensch abkoppeln.
Frauen im Verband stark vertreten
Der Verband katholischer Publizistinnen und Publizisten Österreichs verzeichnete in den vergangenen Jahren einen Mitgliederzuwachs vor allem unter jungen Journalisten. Laut Vorsitzender Neuwirth stieg die Mitgliederzahl seit der Vollversammlung 2015 von 355 auf nunmehr 388 im Medienbereich tätige Christen. 40 von ihnen gehören der Gruppe der Unter-35-Jährigen an. Aufgenommen werden nicht nur Katholiken, sondern auch Mitglieder einer der im Ökumenischen Rat vertretenen Kirchen.
Frauen sind im Verband stark vertreten: Im Vorsitzendentrio bilden sie die Mehrheit, im am Mittwoch ebenfalls neu gewählten Vorstand sind je sechs Männer und Frauen vertreten. Es sind dies Rosina Baumgartner, Teresa Freudenthaler, Martin Gebhart, Michaela Hessenberger, Ferdinand Kaineder, Sandra Knopp, Sophie Lauringer, Wolfgang Machreich, Monika Resler, Franz Josef Rupprecht, Gerhard Tschugguel und Paul Wuthe.
An hauptberuflich tätige Journalisten stellt der vor mehr als 50 Jahren gegründete Verband gemäß den Richtlinien des österreichischen Kuratoriums für Presseausweise solche Dokumente aus. Der Jahres-Mitgliedsbetrag beträgt seit vielen Jahren 32,70 Euro, Medienleute unter 30 Jahren zahlen keinen Beitrag. Kommunikationsschiene ist der Newsletter "PUBLIcum" mit Medieninfos, Terminen, Recherchetipps und Job-Service (Info: http://kath-publizisten.at)
Quelle: kathpress