
Rauchverbot ist Ausdruck des Kulturwandels
Kardinal Christoph Schönborn begrüßt das am Dienstag im Nationalrat beschlossene Rauchverbot in der Gastronomie. In seiner Freitags-Kolumne für die Gratiszeitung "Heute" (5. Juli) bezeichnete Schönborn das ab 1. November geltende Rauchverbot als Ausdruck des Kulturwandels. "Das 'Don't-smoke'-Volksbegehren, das knapp 900.000 Österreicher unterschrieben haben, wird nun Wirklichkeit", schrieb der Wiener Erzbischof.
Auf die Frage, ob die Welt nun "frei von Zigarettenrauch und Aschenbechern" werde, gestand Schönborn "selber zwanzig Jahre lang Raucher" gewesen zu sein. Er wisse aus eigener Erfahrung, dass dem Ausstieg aus dem Rauchen "manch vergebliche Versuche" vorausgehen. Ein "fanatischer Anti-Raucher" sei er aber trotzdem nicht geworden, stellte Schönborn klar.
In seiner Jugendzeit sei das Rauchen allgegenwärtig gewesen, sei es in Lokalen, Bahn, Flugzeug oder bei den Helden im Film. Auch "bei uns zu Hause wurde, wie in vielen Familien, eifrig geraucht", erläuterte Schönborn. Heute stelle man fest, dass Gemütlichkeit keine Zigarette brauche. Selbst im öffentlichen Raum sei es selbstverständlich, dass nicht geraucht werde. Und weiter: "Rauchfrei leben ist möglich und - keine Frage - um vieles gesünder."
Der Nationalrat hatte am 2. Juli mehrheitlich beschlossen, dass das Rauchen künftig an allen öffentlichen Orten verboten ist, wo Speisen und Getränke hergestellt, verarbeitet, verabreicht oder konsumiert werden. Darunter fallen etwa auch Versammlungen in Pfarrsälen und Feuerwehrfeste, Festzelte, Mehrzweckräumlichkeiten sowie schulische Einrichtungen und Freiflächen, in denen Kinder und Jugendliche beaufsichtigt und beherbergt werden (z.B. Internate). Das Verbot gilt auch für Shishas und E-Zigaretten.
Quelle: kathpress