
Salzburger Pfarre nach tödlichem Verkehrsunfall unter Schock
Unter schwerem Schock und "ohne Worte" sind die Angehörigen der Pfarre St. Johannes Capistran im Salzburger Stadtteil Gneis: Nach einem Unfall nach der Sonntagsmesse, bei dem durch einen Autofahrer aus bislang ungeklärter Ursache vor der Pfarrkirche ein vierjähriges Kind getötet und eine 45-Jährige schwer verletzt wurde, versuche man, "füreinander da zu sein und gemeinsam zu weinen und zu beten", teilte die Pastoralassistentin Szidonia Lörincz am Montag auf "Kathpress"-Anfrage mit.
Für Montagabend wird im Pfarrsaal ein Gespräch mit dem Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes angeboten sowie anschließend kurz nach 19 Uhr ein Gebet für das verstorbene Mädchen und um Genesung der verunglückten Frau. Sowohl die Opfer und deren Familien als auch der Lenker und dessen Frau seien aktive Mitglieder der Pfarrgemeinde, so Lörincz.
Am Sonntagvormittag hatte nach Ende des Gottesdienstes ein 90-jähriger Mann seine Frau mit dem Auto abgeholt. Nachdem diese eingestiegen war, fuhr der Mann mit dem Wagen plötzlich über den Platz auf die am Kirchplatz stehende Menschengruppe zu und erfasste dabei das vierjährige Mädchen und eine Frau. Das Kleinkind wurde von Rot-Kreuz-Helfern reanimiert und mit dem Rettungshubschrauber ins Landeskrankenhaus geflogen, wo es aber kurz nach der Einlieferung starb. Die Frau, die nicht die Mutter des Kindes ist, liegt weiterhin auf der Intensivstation.
Angaben der Familie des Unfalllenkers zufolge war das Fahrzeug "aus heiterem Himmel losgezogen" und es habe bereits in der Vergangenheit ähnliche Probleme mit dem Auto gegeben, weshalb zuletzt mehrere Bauteile des Automatikantriebs getauscht worden seien, darunter das Getriebe. Polizeiangaben vom Montag zufolge stand die abschließende Vernehmung des 90-Jährigen zuletzt noch aus; sein Wagen werde zudem wie, bei tödlichen Unfällen üblich, von einem gerichtlichen Sachverständigen untersucht.
Quelle: kathpress