
Kultur der Dankbarkeit und Wertschätzung fördern
Zu einer Kultur der Dankbarkeit in der Kirche wie auch in der Politik und Gesellschaft hat der Linzer Bischof Manfred Scheuer aufgerufen. "Kein Mensch kann nur von der Kritik leben. Wie Kinder brauchen auch Erwachsene Dankbarkeit und Wertschätzung", betonte der Diözesanbischof in einem Interview mit der Linzer "KirchenZeitung" (aktuelle Ausgabe). Erst die Dankbarkeit lasse das Leben als wertvoll erfahren, während die Wahrnehmung nur von Mängeln, Fehlern und "dessen, was ich nicht habe", zu einem "Wegwerfen" des Lebens führe. Auch in der Politik sei ein von Respekt und Wertschätzung geprägter Umgang von hoher Bedeutung.
Bereits bei seinem Amtsantritt und zuletzt beim Diözesanforum hatte Scheuer einen Vers aus Psalm 103 rezitiert, bei dem es heißt: "Vergiss nicht das Gute, das er dir getan hat." Damit verbunden sei die Erinnerung, "dass ich gemocht bin und dass ich selbst lieben kann", so der Bischof im Interview. Lohnenswert sei die Wahrnehmung, "was da ist an Beziehungen, Freundschaften, an Hilfe, Begleitung, Solidarität und Aufgefangenwerden".
Auch in sozialen Gefügen sei diese Grundhaltung wichtig, in der Kirche beispielsweise im Bereich der Ehrenamtlichen. "Es gilt wahrzunehmen, wofür sich jemand einsetzt und welchen Preis jemand dafür zahlt, an aufgewendeter Zeit zum Beispiel", erklärte Scheuer. Manche Berufe seinen deshalb zu Mangelberufen geworden, da sie mit wenig Wertschätzung verbunden seien und da "ein Danke oft schwer, die Kritik aber umso rascher über die Lippen kommt".
Quelle: kathpress