
Delegierte zu 94 Prozent für Strukturreform
Die Diözese Linz ist ihrer grundlegenden Umstrukturierung im Rahmen des sogenannten "Zukunftsweges" einen Schritt näher. Beim dem am Samstag in Schloss Puchberg bei Wels veranstalteten Diözesanforum votierten 94,5 Prozent der 186 mitstimmenden Delegierten für das in den vergangenen Monaten erarbeitete Modell, bei denen es weniger, dafür aber größere Pfarren geben soll, die dann mit einer Dreierspitze aus Priester, Pastoral- und Verwaltungsvorstand ausgestatteten werden sollen.
Diözesanbischof Manfred Scheuer, der die in einem Handbuch ausgeführten Empfehlung des Forums samt Votum entgegennahm, kündigte an, er werde seine Entscheidung über die Durchführung noch im Frühjahr treffen und davor auch mit Rom sprechen. Wichtig sei ihm, den "größtmöglichen Konsens" über das Reformvorhaben zu erzielen. Die hohe Zustimmung beim Diözesanforum sehe er als "in die Zukunft weisende Spur der Hoffnung" in der Diözese. Lobend erwähnte der Bischof auch die "spürbare Freude der Delegierten, Volk Gottes zu sein".
Wie Pastoralamtsleiterin Gabriele Eder-Cakl am Samstag gegenüber "Kathpress" erklärte, soll das von den Delegierten befürwortete Diözesanmodell "Strukturen abbilden, wie Kirche heute gelebt wird". Berücksichtig werde, "dass Menschen heute einerseits über ihre Pfarrgemeinde vor Ort, andererseits aber auch über andere pastorale Orte wie durch Seelsorge im Krankenhaus, im Einkaufszentrum oder in Betrieben Kontakt zur Kirche finden". Die Gemeinde vor Ort solle gestärkt, Kirche und Christsein zugleich auch "in größeren Zusammenhängen verstanden" werden, wobei auch dem größeren "pastoralen Raum" Bedeutung zukomme.
Konkret sieht der im Handbuch vorgeschlagene "Zukunftsweg" der Diözese Linz vor, die derzeit in 39 Dekanaten zusammengefassten 487 Pfarren der Diözese in künftig 40 "Pfarren" überzuführen, die sich dann aus je zehn bis 14 "Pfarrgemeinden" und anderen "pastoralen Knotenpunkten" bilden. Seit Anfang 2018 war das Modell in knapp 90 Resonanztreffen in allen Dekanaten sowie mit Einbindung u.a. der kirchlichen Berufsgruppen und der Orden bei Diözesanforen erstellt und überarbeitet worden, teils mit Nachschärfungen hinsichtlich der Rolle von Ehren- und Hauptamtlichen sowie der Priester.
Als weitere Schritte des Zukunftsweges stehen laut Eder-Cakl noch die Konsistoriumssitzung nächste Woche und - im Falle einer positiven Entscheidung durch Bischof Scheuer - die genaue Ausformulierung der einzelnen Themen des Modells an. Begleitend dazu finden weiters Veranstaltungen wie u.a. ein Austauschtreffen mit 300 in der Kirche haupt- und ehrenamtlich tätigen jungen Erwachsenen in der kommenden Woche sowie am Pfingstsamstag eine große Pilgerwandung der Diözese rund um den Linzer Pöstlingberg statt.
Quelle: kathpress