
Militärbischof dankt Grundwehrdienern und Milizsoldaten
"Ihr Dienst wird dringend gebraucht!": Mit diesen Worten hat Militärbischof Werner Freistetter den Grundwehrdienern, die nun nicht abrüsten dürfen, sowie den Milizsoldaten, die zur Bewältigung der zusätzlichen Aufgaben einberufen werden, Dank und Anerkennung ausgesprochen. In einer Aussendung am Montag unterstrich der Bischof deren "wichtigen Beitrag für die Menschen in unserem Land in einer sehr kritischen Situation", auch wenn dieser zusätzliche Dienst für manche wohl überraschend und ungelegen kommen mag.
Die von den staatlichen Behörden verhängten Maßnahmen seien auch aus christlicher Sicht von entscheidender Bedeutung, "weil sie der Solidarität mit besonders gefährdeten Menschen in unserer Gesellschaft geschuldet sind".
Um Solidarität mit schwachen und benachteiligten Menschen gehe es auch beim christlichen Fasten, gerade jetzt in der österlichen Bußzeit, so der Bischof weiter:
Vielleicht gelingt es uns, auch dem erzwungenen Verzicht auf die Freude des gemeinsamen Feierns in der Gemeinde etwas Positives abzugewinnen und traditionelle Formen des Gottesdienstes neu zu entdecken, die man auch alleine oder im Kreis der Familie feiern kann: die Lesung in der Heiligen Schrift, das Stundengebet, das einfache Abend- und Morgengebet, das freie Gebet in der Familie, die stille Fürbitte für Menschen in Not.
Mit großer Anerkennung und Bewunderung denke er zudem an alle, die in dieser schwierigen Situation im Gesundheitswesen, im Lebensmittelhandel und Transport oder als Pädagogen, Polizisten und in vielen anderen Funktionen für das Wohl ihrer Mitmenschen arbeiten und dabei persönliche Nachteile in Kauf nehmen würden.
Er bitte alle diese Menschen und besonders die schwer Erkrankten in den Spitälern in Ihr Gebet mit einzuschließen, so Bischof Freistetter. Ebenso dürften auch jene nicht vergessen werden, die durch die wirtschaftlichen Folgen der Krise ihre Beschäftigung verlieren und von Armut gefährdet sind.
Kärntner Bischofsappell
Der Kärntner Bischof Josef Marketz hat sich in einer Video-Botschaft an die Menschen seiner Diözese gewandt. Er rufe alle - sich eingeschlossen - auf, die von der Regierung gesetzten Maßnahmen einzuhalten, um so Menschenleben zu retten. Andererseits gelte es, Glaube und die Hoffnung in die gegenwärtige Situation miteinzubringen. "Glaube und Hoffnung, dass Gott derjenige ist, der uns das Leben schenkt und dieses Leben auch bewahrt. Und diese Hoffnung sollten wir auch ausstrahlen." Wenn alle mithelfen, könne sich alles wieder zum Besseren verändern.
Der Bischof rief weiters zur besonderen Solidarität mit den jetzt Hauptgefährdeten - den Alten und Kranken - auf:
Meine große Bitte: Erweisen wir uns als Christen, indem wir die Nächstenliebe in dieser Zeit ganz besonders üben, indem wir die Augen aufmachen und schauen, wo wir gebraucht werden, wo wir helfen können.
Gletter: Zusammenhalt und Verzicht
Der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler hat sich in einem offenen Brief an die Menschen in Tirol gewandt. "Zum Schutz der Schwächsten müssen wir jetzt zusammenhalten und auf einiges verzichten", so der Bischof und weiter wörtlich: "In aller Verunsicherung hören wir das tröstende Wort Jesu: 'Fürchtet euch nicht!'"
Das vorläufige Aussetzen der öffentlichen Gottesdienste bedeute nicht, dass damit das geistliche Leben erlischt. Im Gegenteil, so Glettler:
Wir sollten in diesen Wochen nicht weniger, sondern mehr beten. Auch in den Familien. Wir alle spüren doch die Verwundbarkeit und Zerbrechlichkeit unseres Lebens - trotz hoher Technisierung und allseitiger Versicherung. Lernen wir für das scheinbar Selbstverständliche zu danken!
Die Kirchen stünden in der aktuellen Krise als "Orte der Hoffnung" für das individuelle Gebet offen. Weil es auch eine "seelische Grundversorgung" der Bevölkerung braucht, könnten die Kirchen aufgesucht werden - für das Betrachten des Kreuzweges, das stille Entzünden einer Kerze oder ein persönliches Gebet vor dem Tabernakel, regte Bischof Glettler an:
Diese einfache Kommunion mit Jesus stärkt unser Vertrauen ins Leben. Sie macht uns widerständig gegen jede Form der Verzweiflung und verbindet uns - trotz Ausgangsbeschränkung und Quarantäne.
Glettler rief zum Gebet auf, besonders für die Kranken und jene, die in ihrem Dienst nun besonders gefordert sind: "Vergessen wir jene nicht, die ihre Arbeit verloren oder mit einem großen materiellen Schaden zu kämpfen haben. Suchen wir nach kreativen Ideen, um alten und pflegebedürftigen Personen daheim und in den Heimen Zeichen der Verbundenheit zu geben - schreiben, telefonieren, die sozialen Medien nützen und vieles mehr."
Krautwaschl: In Not ist Beten besonders dringlich
Gerade in Zeiten von Not und Krankheit bekommt Beten neue Dringlichkeit. Darauf hat der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl in einem via Internet verbreiteten Hirtenwort zur Corona-Krise hingewiesen: "Schöpfen wir Kraft und Zuversicht aus der Hoffnung des Psalmisten: 'Schüttet euer Herz aus vor Gott! Denn er ist unsere Zuflucht'." Diese Worte des Beters im Psalm 62 könne auch in der jetzigen Situation der Pandemie eine Hilfe sein. Krautwaschl: "Nehmen wir mit allem, was wir in uns tragen, Zuflucht bei Gott."
Zum Wohl der Kranken und älteren Menschen müssen das soziale und auch das öffentliche religiöse Leben massiv eingeschränkt werden. Dieser Verzicht auf gemeinschaftlich-religiöses Leben für die Mitmenschen "kann aber auch zum Segen für uns werden", bekundete der Bischof Verständnis für die Maßnahmen. "Gerade in den Schwachen und Gefährdeten will Gott uns nahe sein." Deswegen würden Priester auch weiterhin - wenngleich ohne physisch präsente Gläubige - die Eucharistie feiern und sich gemeinsam mit anderen um die Kranken und Sterbenden sorgen.
Gott habe die Dinge in der Vergangenheit immer wieder zum Guten gewendet, hielt Krautwaschl fest. "Wir dürfen darauf vertrauen, dass er auch in den kommenden Wochen nicht von unserer Seite weicht." Diese christliche Hoffnung könne Sicherheit geben und Trost spenden, "uns stärken und widerstandsfähig machen für alles, was uns schaden möchte".
Quelle: kathpress