
Neue "Pastoralinnovation Online Akademie" startet im Herbst
Eine neue "Pastoralinnovation Online Akademie" bietet Verantwortungsträgern und Interessierten aus der Kirche Weiterbildung in virtueller Form. Sie ergänzt die bisherigen "Face-to-face"-Veranstaltungen und ermöglicht Menschen die Teilnahme, für die es bisher sehr schwierig war, Präsenzangebote wahrzunehmen, wie der Grazer Theologe und "Pastoralinnovation"-Gründer Georg Plank im Gespräch mit Kathpress erklärte. Die von ihm konzipierten 21 Online-Seminare zwischen 17. September und 27. November kreisen um Themen wie "Evangelisieren - Alle reden davon. Aber wie?", "Christliches Yoga? Wie wir suchende ChristInnen erreichen können" oder "Wie kommt man zu einer Kultur echter Gastfreundschaft?".
Die Seminare finden jeweils in der Zeit von 9:30 Uhr bis 16:30 Uhr statt, in einem möglichst anregenden Wechsel von Plenum und Kleingruppen, wie Plank darlegte. Außerdem ermögliche ein Chatroom jenen niedrigschwelliges Nachfragen oder Kommentieren, die sich sonst in einer größeren "analogen" Gruppe kaum je zu Wort melden. Außer dem Theologen, Organisationsberater und Personalentwickler Plank selbst wirken weitere neun Fachleute als Lehrende an der Akademie mit, darunter der oberösterreichische Sozialethiker Markus Schlagnitweit, die Kulturwissenschaftlerin und Fachreferentin für Spiritualität und Glaubensbildung der Diözese Feldkirch, Birgit Huber, und der Gründer der Citypastoral Fulda, Björn Hirsch. In jeder Lehrveranstaltung wird es neben dem Referenten bzw. der Referentin einen Moderator sowie einen technischen Assistenten zur Beilegung etwaiger Internetprobleme geben.
Der Kostenbeitrag pro Teilnehmer und Tag beträgt 96 Euro, das sei kostengünstiger und auch ökologischer als eine nichtvirtuelle Veranstaltung, weil weder Anfahrt noch Quartier nötig sind, wies Plank hin. Der frühere Kommunikations-Chef der Diözese Graz-Seckau sammelte coronabedingt seit März verstärkt Erfahrungen mit digitalen Formaten wie Videokonferenzen, seine anfängliche Skepsis sei der Überzeugung gewichen, dass es sich lohnt, aus der Not eine Tugend zu machen. Mittlerweile würden alle "Pastoralinnovation"-Programme einem intensiven Check unterzogen, so Plank: "Wo ist das physische Zusammenkommen an einem Ort die erste Option? Und wann ist eine online Variante besser? Und wo gibt es sinnvolle Kombinationen?"
Physisch und virtuell ansprechend sein
Der Theologe machte im Kathpress-Interview einige bemerkenswerte Anmerkungen zum Verhältnis von Digitalisierung und Religion: Dass neben der analogen auch eine digitale Welt für immer mehr Zeitgenossen eine Realität wurde, sei unbestreitbar: "Es gibt beides - ob es uns passt oder nicht!" Will die Kirche mehr als "unmissionarisch" nur das, was ist, bewahren, sondern durch das Ansprechen neuer Zielgruppen auch wachsen, so müsse sie "hybrid" arbeiten wie Autos, die auf zwei Methoden setzen, um sich in Bewegung zu setzen. Das heiße: Im Web präsent sein - und das in sympathischer Weise.
Ernst zu nehmende Prognosen gingen davon aus, dass sich durch die Corona-Pandemie der regelmäßige Gottesdienstbesuch weiter deutlich reduzieren wird und Gläubige anhaltend auf Übertragungen im Internet, TV und Radio setzen, meinte Plank. Bildschirme seien trotz der digitalen Möglichkeiten unterlegen, viele Sinne anzusprechen. Das müsse für Verantwortliche ein Ansporn sein, das Christentum als "Religion der Körperlichkeit", derzufolge Gott "Fleisch" wurde, so attraktiv erlebbar zu machen, dass physische Gemeinschaft nicht verloren geht.
Wie jede Krise verstärke Corona schon bestehende Trends und Entwicklungen, ist sich Plank sicher. Und die Digitalisierung habe durch das Virus einen kräftigen Schub bekommen. Für die Kirche bedeute dies eine zweifache Relativierung, die ihr noch zu schaffen machen werde, weil zwei identitätsstiftende Prinzipien in Frage stehen, wie der Grazer Theologe festhielt: Zum einen verliere das Territorialprinzip an Bedeutung - weshalb es z.B. fragwürdig sei, wenn jede Diözese für ihre eigenen Gläubigen Online-Angebote erarbeite, statt Synergien zu nutzen. Und: Auch das Hierarchieprinzip wanke durch die Erfahrung im Netz: "Was zählt, ist, was wirkt", wie Plank es auf den Punkt bringt. Immer weniger wichtig: der Status dessen, der kommuniziert.
Letzterem kommt zumindest eine der Lehrveranstaltungen der "Pastoralinnovation Online Akademie" explizit entgegen: Am Freitag, 18. September, steht auf dem Lehrplan: "Jeder tut, wofür er brennt. Mit Charismenorientierung Ehrenamtliche in Pfarreien motivieren."
Jüngst erschienen ist auch das von "Pastoralinnovation" herausgegebene Buch "Rebuilt: Wie Sie der Botschaft Flügel verleihen" der beiden amerikanischen Seelsorger Pfarrer Michael White und Tom Corcoran. Kirchlich engagierte Menschen finden in diesem Erfahrungsbericht viel Hilfreiches zum Thema Kommunikation, Predigt, Print- und Onlinemedien etc. sowie ein von Georg Plank verfasstes Bonuskapitel über "innovative Kommunikation in der Corona-Krise".
(Anmeldung zur Online-Akademie und Info: https://www.pastoralinnovation.org/?page_id=6469)
Quelle: kathpress