
Parlamentarierinnen fordern Stärkung der Religionsfreiheit
Für die Stärkung des Menschenrechtes auf Religionsfreiheit haben sich die Menschenrechtssprecherinnen von ÖVP und Grünen, die Parlamentarierinnen Gudrun Kugler und Ewa Ernst-Dziedzic, ausgesprochen. Glaube und Religion seien für einen Großteil der Menschen auf dieser Erde von höchster Bedeutung. "Gleichzeitig wird die Freiheit, den persönlichen Glauben zu leben, von unterschiedlichen Kräften in vielen Gebieten dieser Welt dramatisch eingeschränkt und teilweise mit Gefahr für Leib und Leben belegt", wurde Kugler am Freitag in einer Aussendung der Organisation "Open Doors" zitiert. Anlass ist der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer von Gewalthandlungen aufgrund der Religion oder der Weltanschauung am Samstag (22. August).
Der von der UNO ausgerufene Gedenktag sei ein Meilenstein, damit das Thema die nötige Aufmerksamkeit bekommt, so Kugler. "Das Recht seinen Glauben frei wählen, seine Meinung ausdrücken und sich friedvoll zusammenfinden zu können, gehört zu den grundlegenden Freiheitsrechten eines Menschen", betonte auch die Grünen-Abgeordnete Ernst-Dziedzic.
Ernst-Dziedzic verwies auf das türkis-grüne Regierungsprogramm, wonach es ein Schwerpunkt der österreichischen Menschenrechts- und Außenpolitik sein soll, einen internationalen Beitrag im Kampf gegen die Verfolgung religiöser Minderheiten, insbesondere christlicher Minderheiten, zu leisten. Die Grünen seien "zutiefst überzeugt: Religiöse Toleranz ist einer der Grundpfeiler, auf dem eine gerechte Gesellschaft ruht und gedeiht".
Nach "Open Doors"-Angaben sind mehr als 260 Millionen Christen weltweit aufgrund ihres Glaubens starker Verfolgung ausgesetzt. Die Situation von religiösen Minderheiten verschlechtere sich dabei weltweit, so die Organisation. 80 Prozent der Menschen, die wegen ihres Glaubens diskriminiert werden, seien Christen.
"Wir begrüßen die Tatsache, dass die UNO das Ausmaß dieses Problems nun offiziell anerkennt", erklärte Kurt Igler, Regionalleiter von "Open Doors" in Österreich, mit Blick auf den Gedenktag. Damit sich die Situation nachhaltig ändere, müssten sich Regierungen und internationale Institutionen jedoch dazu verpflichten, die Menschenrechte, einschließlich des Rechts auf freie Glaubensausübung, entschiedener zu verteidigen, so Igler.
Guterres: Täter zu Rechenschaft ziehen
Der weltweite UN-Gedenktag wird am Samstag zum zweiten Mal begangen. UN-Generalsekretär Antonio Guterres betonte im Vorfeld die Bedeutung der Religions- und Glaubensfreiheit für das Menschenrecht und die Gesellschaft. Er appellierte an die Verantwortung der einzelnen Staaten, die Religionsfreiheit zu schützen. In der Corona-Pandemie habe sich zwar eine gemeinsame Stärke der Gesellschaft gezeigt, aber ebenso hätten Stigmatisierung und Rassismus zugenommen. Diesem müsse mit Gedenken, aber auch mit "Inklusion und Respekt für Vielfalt" entgegengewirkt und die Täter zu Rechenschaft gezogen werden, so Guterres.
Die Deutsche Bischofskonferenz nahm auch die Glaubensgemeinschaften selbst in die Pflicht, religiöser Verfolgung und Hass entgegen zu treten. "Ansonsten verraten sie ihre eigene Bestimmung", betonte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Bischofskonferenz, Erzbischof Ludwig Schick.
Das Hilfswerk "Kirche in Not" wies auf eine alarmierende Entwicklung hin. Insbesondere in Afrika breiteten sich zunehmend militante islamistische Gruppen aus, die die religiöse Vielfalt des Kontinents bedrohten. Es müsse einen Dialog zwischen den Glaubensgruppen geben, betonte der geschäftsführende Präsident der Organisation, Thomas Heine-Geldern.
Wir müssen gesellschaftlichen Vorurteilen ein Ende setzen und dafür sorgen, dass Ängste vor denjenigen, die anders sind, aufhören.
Das "Welthaus" der Diözese Graz-Seckau appellierte zum Welttag die österreichische Bundesregierung, sich stärker für Menschen einzusetzen, die ihre Religion oder Weltanschauung nicht frei ausüben können. Das Einsetzen einer Kommission zur Beratung der Politik in ihren diplomatischen Schritten sei angesichts der globalen Entwicklungen ein Gebot der Stunde, so "Welthaus"-Geschäftsführer Dietmar Schreiner in einer Aussendung am Donnerstag.
Quelle: kathpress