
Wiener Stiftung "Pro Oriente" gratuliert Patriarch Irinej zum 90er
"Pro Oriente"-Präsident Alfons M. Kloss hat dem serbisch-orthodoxen Patriarchen Irinej herzliche Wünsche zum 90. Geburtstag übermittelt. Die Wiener Stiftung fühle sich mit dem Patriarchen und der ganzen serbisch-orthodoxen Kirche "im gemeinsamen Glauben an unseren Herrn Jesus Christus" zutiefst verbunden, betonte Kloss in seinem von der Stiftung am Mittwoch veröffentlichten Gratulationsschreiben. Diese Verbundenheit drücke sich in vielfacher Weise in den Beziehungen zwischen österreichischen katholischen und serbischen orthodoxen Christen aus, auf familiärer Ebene ebenso wie auf kultureller und historischer "und gewiss auch auf spiritueller Ebene". Die Fundamente dieser Beziehungen im gemeinsamen Glauben seien so festgefügt, dass sie auch die Stürme und Krisen der Geschichte überdauerten.
"Pro Oriente" freue sich, in Patriarch Irinej immer einen wohlwollenden Partner des ökumenischen Dialogs gefunden zu haben. Im Blick auf das Ziel des Miteinanders der Christen sei es immer wieder möglich, Schritte zu setzen, die das gegenseitige Verständnis vertiefen. Wörtlich fügte der "Pro Oriente"-Präsident in dem Gratulationsschreiben an Patriarch Irinej hinzu: "Mit großer Sympathie sehen wir, wie Sie nach den schweren Krisen der 1990er Jahre und der Überwindung des kommunistischen Systems den Wiederaufbau des kirchlichen Lebens in allen Ländern, in denen die serbisch-orthodoxen Christen leben, fördern und voranbringen. Es ist eindrucksvoll, wie Sie in dieser Zeit des 800-Jahr-Jubiläums der Autokephalie der serbisch-orthodoxen Kirche auf den Spuren des Heiligen Sava die Botschaft des Evangeliums zum Leuchten bringen. Die bevorstehende Fertigstellung der neuen St. Sava-Kathedrale auf dem Vracar erscheint uns gleichsam als Siegel dieser Entwicklung".
Abschließend stellte der "Pro Oriente"-Präsident fest: "Möge unser Herr weiterhin Ihr Wirken mit seinem Segen begleiten und Ihnen und der von Ihnen geleiteten Kirche weitere friedliche und glückliche Jahre schenken."
Der serbische Patriarch hatte seinen 90. Geburtstag am 28. August begangen. Mit den serbischen Bischöfen, Priestern und Mönchen gratulierten zahlreiche Persönlichkeiten aus der Weltkirche, so Papst Franziskus, der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I., der Moskauer Patriarch Kyrill I., der rumänische Patriarch Daniel und viele andere. Auch die Politik stellte sich mit Glückwünschen ein, so der serbische Präsident Aleksandar Vucic, der russische Präsident Wladimir Putin, Kronprinz Aleksandar Karadjordjevic und zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus Serbien und den Nachbarländern. Viele orthodoxe Gläubige brachten den Wunsch zum Ausdruck, dass der Patriarch "noch viele Jahre" die serbisch-orthodoxe Kirche in Weisheit führen möge.
Patriarch Irinej wurde als Miroslav Gavrilovic 1930 in der mittelserbischen Stadt Cacak geboren. Er trat in das Priesterseminar in Prizren ein und studierte Theologie in Belgrad. 1959 wurde er Mönch im Kloster Rakovica. Im selben Jahr empfing er die Priesterweihe. Nach weiteren Studien in Athen wurde er 1969 Rektor im Seminar Ostrog, später in Prizren. 1974 wurde er zum Bischof von Moravica erwählt, von 1975 bis 2009 war er Bischof von Nis. Im Jahr 2010 wurde er zum Patriarchen der serbisch-orthodoxen Kirche gewählt. Durch die schwierigen politischen Verhältnisse auf dem Balkan werden die spirituellen und diplomatischen Führungsqualitäten des Patriarchen immer wieder herausgefordert.
Quelle: kathpress