
40 Jahre Partnerschaft mit indischer Kirche
Seit bald 40 Jahren besteht eine enge Partnerschaft zwischen der Diözese Eisenstadt und der indischen Diözese Kanjirapally. Bischof Ägidius Zsifkovics hat anlässlich des anstehenden Jubiläums von einer "Martinsbrücke der Menschlichkeit" gesprochen, wie es in einer Aussendung der Diözese Eisenstadt heißt. Im Laufe der Jahre sei ein Kontinente übergreifendes Netzwerk der Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft entstanden. Eine gute Partnerschaft brauche Kontinuität und Verlässlichkeit sowie Nachhaltigkeit, "mit einem klaren und visionären Blick für die Zukunft", so Bischof Zsifkovics.
Das voneinander Lernen sieht der Bischof dabei als besonders wertvoll: "Was wir von Indien lernen können ist die allgegenwärtige Kraft der Spiritualität und Religiosität der Menschen, ihr Gespür für das Transzendente und wie es sich auf schier unerschöpflich vielfältige Art und Weise im ganz alltäglichen Leben manifestiert." In der Diözese Eisenstadt bereicherten seit Jahrzehnten Priester und Ordensschwestern der Diözese Kanjirapally die Seelsorge.
Die Diözese Kanjirapally liegt im südindischen Bundesstaat Kerala, der zu den bevölkerungsreichsten des Landes gehört. Die Diözese gehört der syro-malabrischen Kirche an. Als eigenständige Eparchie (Diözese) wurde Kanjirapally 1977 von Papst Paul VI. errichtet. Von den mehr als 1,4 Millionen Einwohnern der Diözese sind rund 214.900 Katholiken. Die Gottesdienste werden in der Amtssprache Malayalam gehalten. Seit Jänner 2020 ist Jose Pulickal Bischof von Kanjirapally. An seiner Installierung nahm auch Bischof Zsifkovics teil.
Der Eisenstädter Bischof Stefan Laszlo besuchte 1981 Indien und legte den Grundstein für die Partnerschaft. Damals war Mar Joseph Powathil Bischof von Kanjirapally. Er wurde 1986 Erzbischof von Changanacherry, der größten Diözese in Kerala. Als Bischof von Kanjirapally folgte ihm Mar Mathew Vattakuzy, der maßgeblicher Architekt der zunehmend vertiefenden Partnerschaft war. Er sandte die ersten Priester in die Diözese Eisenstadt, um der Freundschaft ein konkretes pastorales Gesicht zu verleihen. Auch Ordensschwestern der Diözese Kanjirapally, die im Bundesstaat Kerala Medizin studierten, kamen in die Diözese Eisenstadt. Bischof Paul Iby, der Nachfolger von Bischof Lazlo im Burgenland, förderte die Partnerschaft ebenfalls sehr.
Insgesamt konnten beinahe 40 große Projekte aus den Bereichen Bildung, Gesundheit, Soziales sowie der Bau von Kirchen und Seminaren in partnerschaftlicher Zusammenarbeit umgesetzt werden. Unterstützt wurden sie u.a. durch das Hilfswerk "Fastenaktion".
Mar Mathew Vattakuzys Nachfolger, Bischof Mar Mathew Arackal, drückte in der Begegnung mit Diözesanbischof Zsifkovics im Jahr 2016 Dankbarkeit und Wertschätzung für die bestehende Partnerschaft aus. Sie beschränke sich nicht einzig auf die Unterstützung konkreter nachhaltiger Hilfsprojekte, sondern es sei "das Band der Seelsorge, der christlichen Caritas der Mitmenschlichkeit und der Glaubenstiefe", betonte Mar Mathew Arackal damals.
Quelle: kathpress